Weißenhorn / Bianca Frieß

Bodentiefe Fenster lassen viel Licht in die geräumigen Zimmer, es riecht angenehm nach Holz: Die neue Obdachlosenunterkunft der Stadt Weißenhorn kann sich sehen lassen. Gestern wurde Richtfest gefeiert für das Gebäude im Sternberger Weg im Eschach. Genauso wie für das Haus gegenüber auf der anderen Straßenseite: Dort entstehen Sozialwohnungen für Menschen, die wenig Geld zur Verfügung haben.

„Wir sind voll im Zeitplan, es passt alles“, sagte Architekt Christian Konstantinides von der Langenauer Architekturwerkstatt. Wenn auch weiterhin alles gut geht, ist das Obdachlosenheim mit zwölf Ein-Zimmer-Appartments im Juli dieses Jahres bezugsfertig. In den acht Sozialwohnungen mit je zwei Zimmern, Küche, Bad sowie Terrasse oder Balkon könnten dann Ende September die ersten Bewohner einziehen – etwa Alleinerziehende mit Kindern.

Holz dämmt besonders gut

Die beiden Gebäude werden komplett aus Holz gebaut. „Das ist energetisch natürlich vorteilhaft“, erklärte Dieter Salzgeber vom beauftragten Holzbau-Unternehmen Schrapp und Salzgeber aus Illertissen. Die Häuser, die an das Weißenhorner Fernwärmenetz angeschlossen sind, seien dadurch besonders gut gedämmt. „Aber es war auch eine Herausforderung für uns, einen Holzbau in dieser Größe zu errichten.“

Insgesamt kostet das Projekt 3,6 Millionen Euro, wobei die Stadt für die Sozialwohnungen einen Zuschuss vom Freistaat bekommt. Geld, das gut investiert ist, wie Bürgermeister Wolfgang Fendt sagte: „Für das kommunale Leben ist es auch wichtig, Obdachlose und Menschen, die wenig Geld haben, nicht zu vergessen.“ Zumal die alte – inzwischen abgerissene – Obdachlosen-Unterkunft der Stadt völlig heruntergekommen gewesen sei. „Da hat man sich schämen müssen.“

Besonders stolz ist der Bürgermeister auf den Umgang mit der Nachbarschaft in der Wohnsiedlung Eschach. Es sei von Anfang an gut gelungen, die Anlieger mit in die Planungen einzubinden. „Man hört kein einziges negatives Wort mehr“, sagte Fendt. „Und das ist doch das größte Kompliment, wenn die Nachbarschaft zufrieden ist.“

Bau-Unternehmer Wolfgang Schrapp sprach aber auch der Stadt ein großes Kompliment aus: „Was Weißenhorn hier macht, ist etwas Besonderes.“ Dieses Lob fand sogar Erwähnung im Richtspruch von Stephanie Schrapp. Denn die Stadt wolle mit diesem Projekt „Heimat und Zuflucht für Bedürftige schaffen“.

Unterbringung von Obdachlosen ist Pflicht der Stadt

Aufgabe Die Unterbringung von Obdachlosen ist eine Pflichtaufgabe der Kommunen. Deshalb gibt es für den Bau des neuen Obdachlosenheims auch keine Zuschüsse vom Staat, erklärte Weißenhorns Bürgermeister Wolfgang Fendt.

Zuteilung Die Stadt teilt den Wohnungslosen dann auch die Zimmer zu. Dabei ist eine kurze Verweildauer angedacht, die Menschen sollen jeweils nur wenige Tage in dem Obdachlosenheim verbringen.