Verkehr Weißenhorn holt Carsharing-Angebote ein

Patrick Fauß 19.07.2018

Das Thema Carsharing und in welcher Form es für die Stadt Weißenhorn Sinn machen würden, war Thema einer Umfrage via Amtsblatt und Internet gewesen. 152 Bürger hatten teilgenommen. 101 hatten angegeben, sie könnten sich vorstellen, ein solches Angebot zu nutzen.

Klimabeauftragter Benjamin Buck hat die Ergebnisse im Stadtrat vorgestellt. „Sicherlich ein Zukunftsthema“, meinte Buck. In einer Kleinstadt wie Weißenhorn jedoch schwieriger umzusetzen als in Ballungszentren. Zum einen sei die Anzahl der möglichen Nutzer gering. Zum anderen besäßen viele Leute auf dem Land ihr eigenes Auto. Dennoch gebe es auch in kleinen Kommunen erfolgreiche Projekte. Dabei handle es sich um ein so genanntes „stationsgebundenes Carsharing“, bei dem Autos am gleichen Standort abgeholt und wieder zurückgebracht werden. In Frage kämen Systeme mit Elektroautos. Oder mit Verbrennungsmotoren betriebene Fahrzeuge.

Wie Buck weiter erläuterte, handele es sich bei Carsharing-Nutzern in der Mehrzahl um „Wenigfahrer“. Diese würden Erkenntnissen aus anderen Städten zufolge lieber in bekannte konventionelle Autos steigen. Das führe zu einer höheren Auslastung als bei Elektrofahrzeugen. Insgesamt sei Carsharing als umweltfreundliche Alternative anzusehen. Ein Carsharing-Auto ersetze durchschnittlich vier bis acht Privatfahrzeuge.

Die Ergebnisse der Umfrage zeigten, dass die meisten Umfrageteilnehmer als Standort einen zentralen Ort wünschten. Favorit sei der Bahnhof mit 29 Befürworten. Gefolgt vom Hauptplatz mit 19 Stimmen. Sabine Snehotta (ÖDP) meinte, Carsharing könnte dazu beitragen, dass Leute zum Beispiel auf ihr Zweitauto verzichten. Sie wäre daher für ein solches Angebot. Franz-Josef Niebling (CSU) sagte, er unterstütze die Idee ebenfalls. Das Ergebnis der Umfange halte er jedoch eher für ernüchternd. Dennoch wäre Carsharing eine gute Möglichkeit für Leute, die Elektroautos ausprobieren wollen.

Sinnvoll mit Öko-Strom

Thomas Schulz (SPD) betonte, für die Elektroautos müsse dann auch Öko-Strom gekauft werden, sonst habe es wenig Sinn. Bernhard Jüstel (WÜW) nannte das Projekt „einen Schritt in die richtige Richtung“. Es ergänze den öffentlichen Nahverkehr.

Das Gremium beschloss einstimmig, Angebote für den Aufbau eines Carsharing-Systems mit zwei Fahrzeugen einzuholen. Eines mit Elektro-Autos. Und eines mit konventionellem Auto sowie mit einem Elektrowagen.

Vöhringen will Angebot der SWU annehmen

Elektroauto SWUtogo heißt das neue Carsharing-Angebot der Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm. Im Kreis Neu-Ulm hat Vöhringen eine Vorreiterrolle, die Stadträte haben sich dafür ausgesprochen, das Konzept in die Stadt zu holen. In der Kolpingstraße bauen die SWU eine Ladestation und stellen einen elektrisch betriebenen Renault.

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