Betreuung Weißenhorn baut eine neue Kinderkrippe

Weißenhorn / Carsten Muth 29.08.2018

Die Stadt Weißenhorn drückt, was die Schaffung weiterer Krippenplätze betrifft, aufs Tempo. Die Stadträte haben sich am Montag zu einer Sitzung des Ferienausschusses getroffen, um über den Standort einer neuen Krippe zu beraten – und zu entscheiden. Am Ende der Debatte stand ein einstimmiger Beschluss. Demnach wird die Einrichtung auf einem früheren Grundstück der Clarentiner nahe der Grundschule Nord und der Stiftungsklinik gebaut. Die weiteren Vorschläge, die Kinderkrippe auf einem Teil der Hasenwiese oder in der Nähe der Mittelschule zu bauen, wurden rasch verworfen.

Der Standort bei der Grundschule Nord sei optimal, sagte Bürgermeister Wolfgang Fendt in dem Feriengremium. Fendt musste letztlich bei den Stadträten nicht allzu viel Überzeugungsarbeit leisten. Der Tenor war einhellig, der Vorschlag der Verwaltung wurde für gut befunden.

Wohl auch deshalb, weil die Hürden für die Verwirklichung des Vorhabens recht niedrig sind. Denn das Grundstück gilt offiziell als Baulücke. Deshalb muss die Stadt, wie sie aus dem Landratsamt als übergeordneter Behörde vernommen hat, keinen Bebauungsplan aufstellen. Was viel Zeit und – auch nicht zu verachten – viel Geld spart.

Die Größe des ausgewählten Areals ist nach Angaben der Verwaltung optimal – und ausreichend, um ein Gebäude für bis zu drei Krippengruppen sowie zwei weitere Kindergarten-Gruppen zu schaffen. Zudem möchte die Stadt auf dem Grundstück einen weiteren, lange gehegten Plan verwirklichen: den Bau einer Einfachturnhalle, den die Kinder der Grundschule Nord und des dort ebenfalls ansässigen Kindergartens Nord nutzen könnten.

„Das ist genau der richtige Standort“, bestätigte SPD-Stadtrat Thomas Schulz. Der Architekt fügte hinzu: „Und es passt zur städtebaulichen Entwicklung, deren Schwerpunkt aus meiner Sicht in der kommenden Zeit im Norden unserer Stadt liegen wird.“

Von der neuen Kinderkrippe bei der Grundschule Nord sollen auch die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der nur einen Steinwurf entfernten Stiftungsklinik profitieren. Diese erhielten künftig arbeitsplatznahe Betreuungsmöglichkeiten für ihren Nachwuchs, hieß es.

Üppige Zuschüsse

Wie groß die neuen Gruppen in der Krippe werden, welcher Träger für die Einrichtung zum Zuge kommt, wann mit dem Bau begonnen wird, alles das ist noch unklar. Die Stadt will einen Architektenwettbewerb durchführen. „Um schnellstmöglich planen zu können“, wie der Bürgermeister sagte. Entsprechende finanzielle Mittel müssen nun in einen Nachtragshaushalt aufgenommen werden. Wie viel der Bau kostet, wie lange die Bauzeit ist, ist ebenfalls noch nicht bekannt. So oder so: Die Stadt darf mit üppigen staatlichen Zuschüssen rechnen.

Dass die Stadt aktiv werden muss, stehe außer Frage, betonte Rathauschef Fendt, der die Lage als problematisch bezeichnete. Weißenhorn benötige rasch mehr Plätze, sagte er und erhielt Unterstützung von CSU-Fraktionssprecher Franz Josef Niebling. Er meinte: „Da brennt’s. Wir müssen dran bleiben, planen und zu Ergebnissen kommen.“

Kapazität reicht nicht aus

Angebot Awo-Haus für Kinder, St. Christophorus und St. Maria: Derzeit gibt es in  Weißenhorn drei Kindertagesstätten, in denen Kinder ab einem Jahr betreut werden können. Insgesamt gibt es in den drei Einrichtungen 72 Plätze. Diese Kapazität reicht allerdings nicht aus. Dass deshalb Handlungsbedarf besteht, hat die Verwaltung bereits vor einigen Wochen signalisiert. 

Kindergarten Vom Montessori-Kinderhaus über den katholischen Kindergarten St. Maria bis zum Waldkindergarten: In der  Weißenhorner Kernstadt und seinen Stadtteilen gibt es derzeit 465 Kindergartenplätze in 10 Einrichtungen. Weit mehr also als Krippenplätze.

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