Beschluss Weg frei für Baugebiet „Untere Au“ in Ay

Senden / Thomas Vogel 21.12.2017

„Was lange währt, wird endlich gut“, sagte der Neu-Ulmer Planer Erwin Zint nach der Abstimmung und stieß einen deutlichen Seufzer der Erleichterung aus. Es ist eine schier endlose Geschichte, die da am Dienstagabend am Ratstisch zu ihrem Abschluss gekommen ist. Auf die ersten Planungen hatten die Anlieger, voran der FV Ay 1930, mit massiven Einwänden reagiert. Es gab schwierige Grundstücksverhandlungen, planerischen Stillstand, hitzige Debatten im Fachausschuss, zuletzt im Oktober. Jetzt, elf Jahre nach Planungsbeginn, setzte dieser einen Schlusspunkt und ließ den Bebauungsplan nach Überarbeitung passieren, einstimmig und ohne weitere Änderungsanträge.

Umstritten war noch die zulässige Höhe der Wohnbebauung. Im süd-östlichen Eck des Plangebiets und somit im Anschluss an die „Waldparksiedlung“ darf jetzt lediglich zweigeschossig gebaut werden. Die längs der Freudenegger Straße vorgesehenen Mehrfamilienhäuser wurden von vier auf drei Geschosse gekappt. Beides entspricht Forderungen der Anlieger, die sich der Ausschuss im Oktober mehrheitlich zu Eigen gemacht hat.

Aufgelockert, mit viel Grün

Zur Sprache brachte Zint auch die Interventionen des FV Ay, dessen Sportgelände in der Nähe liegt. Der Verein befürchtete Einschränkungen für seinen Sport- und Veranstaltungsbetrieb aufgrund der Lärmschutz-Bestimmungen, wenn das neue Quartier zu nahe an sein Gelände rückt. Zint verwies in dem Zusammenhang auf die geänderte Sportstätten-Lärmschutzverordnung. In diesem Fall würde diese Lärm­emissionen  in Höhe von bis zu 55 Dezibel gestatten, derweil von Vereinsaktivitäten wohl maximal 52 Dezibel ausgehen.

Die drei Dezibel Unterschied würden geringfügig erscheinen, bedeuteten aber „eine erhebliche Reserve“, sagte der Planer. In dem Szenario sei ein etwaiger Aufstieg in eine höhere Liga enthalten und ein Anstieg auf dann durchschnittlich 400 bis 600 Besucher bei den Spielen.

Aufgelockert und durchgrünt, besetzt mit Einfamilien-, Doppel-, Reihen- und Mehrfamilienhäusern, so lauten die Vorgaben für das neue Baugebiet, in dem rund 170 Wohneinheiten unterkommen. Zwar würden nun nicht sofort die Bagger anrollen, „doch wir sind mit riesigen Schritten dem Bauen näher gekommen“, freute sich Bürgermeister Raphael Bögge nach der Abstimmung. Damit habe die Stadt in diesem Jahr sieben Bebauungspläne durchgefochten, zeigte er sich der Adventszeit angemessen froh gestimmt.

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