Entwicklung Senden: Weberei wird nicht verkauft

Lange ist es her, dass hier Webstühle betrieben wurden. Heute ist die Fabrik eine Ruine, und die Stadt weiß nicht recht, wie sie mit ihrem industriegeschichtlichen Erbe umgehen soll.
Lange ist es her, dass hier Webstühle betrieben wurden. Heute ist die Fabrik eine Ruine, und die Stadt weiß nicht recht, wie sie mit ihrem industriegeschichtlichen Erbe umgehen soll. © Foto: Lars Schwerdtfeger
Senden / Sonja Fiedler/Niko Dirner 15.09.2018
Bürgermeister Bögge scheitert mit Ansinnen, städtisches Areal an Investoren loszuschlagen. Nun sollen neue Gutachten erstellt werden.

Mit der Zukunft der riesigen Produktionshalle auf dem ehemaligen Webereigelände haben sich die Sendener Stadträte in ihrer jüngsten Sitzung einmal mehr beschäftigt. Hintergrund war, dass sich zwei mögliche Investoren gefunden haben, die Interesse am Kauf des Gebäudes zeigten. Die Regierung von Schwaben empfahl jedoch die Durchführung eines Planungswettbewerbs, um das Gelände weiter zu entwickeln.

Mögliche Altlasten im Boden

Claudia Schäfer-Rudolf (CSU) zeigte wegen eines möglichen Verkaufs an Investoren große Bedenken. „Was wenn dann nichts passiert? Wir haben dann keinen Zugriff mehr.“ Sie erinnerte an das Gelände der ehemaligen Uhrenfabrik, auf dem sich heute der in Privatbesitz befindliche Gewerbepark Senden befindet: Hier sind Altlasten im Boden, Pläne für Wohnungsbau sind mindestens ins Stocken geraten. Ähnlich wie Schäfer-Rudolf argumentierte ihr Fraktionskollege Walter Wörtz: Investoren hätten vermutlich Interesse am Gelände, nicht an dem Gebäude. „Da kommt kein Messias, der aus der Halle ein Kulturzentrum macht.“ Georg Schneider, SPD, argumentierte ähnlich.

Stadtbaumeisterin Manuela Huber berichtete, dass es bis heute keine Informationen darüber gibt, was sich im Boden des Geländes befinde. Beschlossen wurde schließlich, im Rahmen des integrierten Stadtentwicklungskonzepts ISEK – also womöglich unterstützt durch staatliche Fördermittel – zunächst ein Bodengutachten sowie ein zweites Gebäudegutachten anzugehen.

Generalsanierung notwendig?

Es gibt bereits ein zwei Jahre altes Statikgutachten zur Webereihalle. Demnach ist eine Generalsanierung unumgänglich; und dabei würde die Originalsubstanz fast komplett verloren gehen. Eigentlich ist der Abriss seit Dezember 2016 beschlossene Sache, Bürgermeister Raphael Bögge hat diesen im Januar dieses Jahres auch bereits beantragt. Problem: Das Gebäude steht unter Denkmalschutz. Den kann das Landratsamt in Person von Kreisbaumeister Rudolf Hartberger zwar aushebeln, die Behörde fordert als Entscheidungsgrundlage im Einklang mit der Regierung von Schwaben aber einen Ideenwettbewerb für die Nutzung der Halle und die angrenzenden Flächen.

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Zustand Seit 1997 gehört der Stadt Senden die 10.000 Quadratmeter große, später unter Denkmalschutz gestellte Webereihalle. Seither wurde das Gebäude nicht saniert, nicht gegen Niederschlag gesichert. Das Dach ist einsturzgefährdet. Das Gebäude darf nicht betreten werden.

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