Denkmal Weberei-Abriss: Prüfung wird dauern

Senden / Niko Dirner 13.02.2018

Kam der Abriss-Antrag für die Webereihalle in Senden zur Unzeit? Diese Frage beschäftigt die Sendener, nachdem Bürgermeister Raphael Bögge völlig überraschend den bereits im Dezember 2016 vom Stadtrat beschlossenen Abriss-Antrag ans Landratsamt weitergeleitet hat.

Überraschend deshalb, weil erst kurz zuvor bekannt geworden ist, dass die Regierung von Schwaben auf einen (Teil-)Erhalt des denkmalgeschützten Gebäudes pocht. Oder jedenfalls darauf, dass vor einer anderslautenden Entscheidung eine mögliche Nutzung aufgezeigt wird. Weil das gesamte Webereigelände mit der 10 000 Quadratmeter großen Webhalle im Sanierungsgebiet des Integrierten Stadtentwicklungskonzepts liegt.

Am Zuge ist nun Kreisbaumeister Rudolf Hartberger, der die Untere Denkmalschutzbehörde personifiziert. „Das würde ich so nicht sagen“, antwortet er auf die Frage, ob der Abriss-Antrag jetzt eher unpassend sei. Er gehe damit um, wie mit jedem Abriss-Antrag für ein Baudenkmal. Er werde zunächst die Regierung und das Landesdenkmalamt um Stellungnahmen beten. Die Regierung wolle, „ein breites Spektrum an Ideen“ zu der Halle haben.

Geld für Ideenwettbewerb?

Wie berichtet, war in Senden zuletzt davon die Rede, dass – obwohl der Abriss-Wunsch besteht – weitere zigtausend Euro für einen Ideenwettbewerb ausgegeben werden sollen und müssen. Sehr zum Unbill der Stadträte, weil sparen angesagt ist. Das Denkmalamt, sagt Hartberger, werde unverändert darauf pochen, dass das Industriedenkmal bleibt.

Er müsse im zweiten Schritt klären, ob die Unterlagen vollständig seien, oder ob die Stadt nachlegen muss. Einen festen Ablaufplan gebe es für seine Entscheidung nicht. „Ich muss das aus der Rechtssprechung zu diesem Thema herausziehen.“ Wenn es auf einen Abriss hinausläuft, stellten sich weitere Fragen, etwa nach Altlasten. Hartberger sagt, niemand wisse, was in der Bodenplatte aus massivem Beton drinstecke, oder darunter. Es sei gut möglich, dass Öl versickert ist.