Kreis Neu-Ulm Wahlhelfer gesucht - Freiwillige im Fokus

Ohne sie geht an den Wahltagen wenig: Helfer leeren eine Wahlurne, um anschließend die Stimmzettel auszuzählen. Foto: Lars Schwerdtfeger
Ohne sie geht an den Wahltagen wenig: Helfer leeren eine Wahlurne, um anschließend die Stimmzettel auszuzählen. Foto: Lars Schwerdtfeger
Kreis Neu-Ulm / CARSTEN MUTH 23.08.2013
Bundestags-, Landtags, Bezirkstagswahl, fünf Volksentscheide. Viele Kommunen stoßen bei der Organisation der Abstimmungen im September an ihre Grenzen. Ohne freiwillige Helfer geht nichts.

Zwei Wahltage binnen acht Tagen? Der Weißenhorner Bürgermeister Wolfgang Fendt begreift da die Welt nicht mehr. "Ich weiß nicht, warum man die Wahlen nicht auf einen Tag legen kann - aus organisatorischen und finanziellen Gründen." Am 15. September finden in Bayern Landtags- und Bezirkstagswahlen statt. Damit nicht genug: Abgewickelt werden müssen zudem fünf Volksentscheide. Eine Woche später, am 22. September, steigt dann die Bundestagswahl.

"Blödsinn" nennt Fendt die Terminierungen - auch deshalb, weil seine Stadt erhebliche Probleme gehabt habe, genügend ehrenamtliche Wahlhelfer zu finden. Das bestätigt Dominik Mennel, Leiter des Ordnungsamts. Er betont: "Viele wollen eben nicht zwei Sonntage im Wahllokal verbringen. Das ist schon ein Problem." Warum der Freistaat an zwei Wahltagen festgehalten hat, versteht Mennel nicht. Er verweist auf Hessen. Dort finden Landtags- und Bundestagswahlen am 22. September statt. "Wir haben gehofft, dass es bei uns auch so sein würde. Leider ist das nicht der Fall." Inzwischen haben die Weißenhorner 150 Helfer pro Wahltag. "Das dürfte genügen", sagt Manuela Werdich, die sich um die Organisation der Wahlen kümmert.

Die bevorstehenden Wahlen bringen auch anderen Kommunen im Landkreis Neu-Ulm an ihre organisatorischen Grenzen:

Senden: Die Stadt sucht dringend Wahlhelfer. "Manche Kommunen sollen ja mit Sachpreisen locken, um Wahlhelfer zu bekommen", sagt Michael Thurnhuber und lacht. Der städtische Mitarbeiter fügt hinzu: "Wir machen das nicht." Thurnhuber berichtet von einer schwierigen Suche in den vergangenen Wochen und vielen Absagen. Für die beiden Wahlsonntage benötigen die Sendener jeweils bis zu 240 Unterstützer, die in den Wahllokalen mitarbeiten und beim Auszählen helfen. Im Einsatz werden fast alle Mitarbeiter der Verwaltung sein.

Nersingen: An den beiden Wahltagen sind in Nersingen 90 Helfer im Einsatz. "Es reicht gerade so", betont Bürgermeister Erich Winkler. Die Bereitschaft, sich ehrenamtlich zu engagieren, habe in den vergangenen Jahren spürbar abgenommen. "Das merken wir auch bei den Wahlen. Es ist schwierig, dafür Leute zu finden." Glücklicherweise gebe es immer noch genügend Menschen in Nersingen, "auf die man sich verlassen kann". Winklers Mitarbeiterin Angela Wegele bestätigt dies. "Wir haben wirklich alle genommen und eingeteilt, die wir haben". Auch die Mitarbeiter von Bauhof und Wasserwerk.

Neu-Ulm: Die Stadt Neu-Ulm musste sich "ein bisschen mehr strecken als sonst", sagt Ralf Mager, im Rathaus für die Organisation der Wahlen zuständig. Insgesamt werden bis zu 410 Wahlhelfer pro Wahltag benötigt. Darunter werden viele städtische Mitarbeiter sein. Wahltage sind Großkampftage. Die Stadtverwaltung hat für ihre Mitarbeiter daher eine Urlaubssperre verhängt.

Illertissen: Eine offizielle Urlaubssperre wie in Neu-Ulm gibt es in Illertissen nicht. Dafür aber den dezenten Hinweis an die Mitarbeiter, dass ihre Unterstützung selbstverständlich gewünscht ist. In Illertissen wie anderenorts gilt: Ohne Freiwillige geht nichts. "Wir haben diesmal viele Absagen bekommen, haben nun aber genügend Helfer", sagt Tanja Schmidt von der Stadtverwaltung. Alles in allem sind 160 Helfer pro Wahltag im Einsatz.

Wahl und Volksentscheide
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