Tiefenbach bei Illertissen Vorwürfe und Misstrauen gegen Bürgermeisterin

INGE SÄLZLE-RANZ 16.11.2012
Enttäuschung, Empörung, Misstrauen, Vorwürfe gegen die Stadtspitze: Die Bürgerversammlung in Tiefenbach war spannungsgeladen.

Gut 100 Tiefenbacher waren zur Bürgerversammlung in die Gemeindehalle gekommen. Zu Wort meldeten sich außer dem Vereinsring-Vorsitzenden Gerhard Leopold ausschließlich Mitglieder des Arbeitskreises Autobahnanschluss A 7 - und sie erhielten mehrmals Beifall.

Sie ließen ihrer Enttäuschung freien Lauf: Bürgermeisterin Marita Kaiser, das städtische Bauamt, "seelenlose Beamte im staatlichen Bauamt", Vertreter des Landkreises machten seit Jahren Versprechungen. Und nichts geschehe, um die Verkehrssituation zu verbessern. Es gärt gewaltig in Tiefenbach. Autobahnauffahrt, Zufahrt zu selbiger und belastender Lkw-Verkehr bringen viele in Rage.

Der aus acht Personen bestehende Arbeitskreis hatte mit einer Wurfsendung die Tiefenbacher aufgefordert, zur Versammlung zu kommen, um auszudrücken: "Wir sind nicht bereit, unsere völlig ungeeignete Ortsdurchfahrt als Autobahnzubringer zu akzeptieren." Die bisherigen Planungen der Zufahrt zur neuen A-7-Auffahrt würden jedoch diese Gefahr bergen. Gerhard Leopold riet der Bürgermeisterin, sie solle sich unabhängig vom Bau der Auffahrt für eine Geschwindigkeits- und Tonnagen-Beschränkung für Lkw in Tiefenbach einsetzen. Die Vorwürfe der enttäuschten Redner richteten vor allem gegen die Verwaltungschefin. "Seit 2001 ist nichts passiert. Viele Tiefenbacher warten darauf, dass Sie uns ernst nehmen", empörte sich Petra Rothenbacher. Ulrich Maier-Collin, Sprecher des Arbeitskreises A 7, hatte sich im Vorfeld erkundigt, wie weit die Bemühungen der Stadtverwaltung um das im September vom Bauausschuss beschlossene Gutachten für eine Verkehrsberuhigung gediehen sind. Bei dem laut Aussage von Tiefbauamtsleiter Bernd Hillemeyr bereits beauftragten Fachbüro erhielt er die Auskunft, es sei gar kein Auftrag eingegangen. Da sei es nicht verwunderlich, dass der Eindruck entstehe, die Stadtverwaltung verzögere absichtlich die Umsetzung der Aufträge aus dem Stadtrat." Bürgermeisterin Kaiser ließ sich kaum provozieren. Sie sei sich bewusst, dass sie bei manchen Tiefenbachern "keinen Blumentopf mehr gewinnen" könne. Aber: Die Aufträge aus dem Stadtrat würden erledigt, "wie es die Zeit erlaubt".