Virus Vogelgrippe erreicht Kreis Neu-Ulm  

Unterelchingen / Michael Janjanin 30.11.2016

Jetzt ist auch im Landkreis Neu-Ulm ein erster Fall von Vogelgrippe bestätigt: Bei einem tot aufgefundenen Schwan ist in einem Labor das A-Virus vom Typ H5N8 nachgewiesen worden. Wie das Landratsamt gestern mitteilte, war der Schwan Ende vergangener Woche am Donau-Kraftwerk bei Unterelchingen gefunden worden.

Wie berichtet, sind im bayerischen Kreis Neu-Ulm bereits in der vergangenen Woche Vorkehrungen getroffen worden, um eine Ausbreitung des Virus in Hausgeflügelbestände zu unterbinden. Seit 19. November gilt in Bayern eine allgemeine Stallpflicht für Haus- und Nutzgeflügel. Außerdem ist das Abhalten von Geflügelausstellungen oder Geflügelmärkten in ganz Bayern bis auf Weiteres verboten. Derzeit gebe es keine Anhaltspunkte, dass das Virus beim Menschen Erkrankungsfälle auslöst, teilt das Landratsamt weiter mit. Gleiches gilt für Hunde und Katzen. Der Verzehr von Geflügelfleisch oder Geflügelfleischprodukten sei weiter ohne Einschränkungen möglich.

Dennoch empfiehlt der Veterinärdienst, Hunde auch im Außenbereich anzuleinen, um eine passive Verbreitung des Virus zu vermeiden. Damit Hunde nicht mit möglicherweise  infizierten Wildgeflügelkadavern in Berührung kommen. Bisher wurde in Bayern kein Fall von Geflügelpest in einem Hausgeflügelbestand nachgewiesen, auch wenn bei Wildvögeln täglich neue Fälle hinzukommen. Mittlerweile wurde in Bayern bei über 60 Wildvögeln das H5N8-Virus nachgewiesen.

Kurz zuvor hatte Baden-Württemberg die landesweite Stallpflicht verkündet. Die H5N8-Variante der aktuellen Vogelgrippe-Epidemie war in Deutschland erstmals am 8. November nachgewiesen worden und hatte sich in Baden-Württemberg zuerst am Bodensee ausgebreitet und dann im Landkreis Biberach. Auf der deutschen Uferseite des Sees waren zu dem Zeitpunkt mehr als 200 tote Wildvögel gefunden worden.