Gesundheit Vöhringer Bürger müssen  Wasser weiter abkochen

Vöhringen / Stefan Czernin 26.07.2018

Nach Baumaßnahmen am Leitungsnetz haben Untersuchungen coliforme Bakterien in der Wasserversorgung der Stadt Vöhringen nachgewiesen. Die Stadtverwaltung und der Gesundheitsdienst im Neu-Ulmer Landratsamt fordern die Bürger der Kernstadt und sämtlicher Stadtteile dazu auf, das Leitungswasser sicherheitshalber vor einer Verwendung abzukochen.

Darunter fallen etwa das Zubereiten von Nahrung, Zähneputzen sowie das Reinigen offener Wunden. Bürgern wird empfohlen, das Wasser einmalig sprudelnd aufzukochen und dann langsam über mindestens zehn Minuten abkühlen zu lassen. Die Toilettenspülung kann hingegen normal genutzt werden, auch einer Dusche stehe nichts im Wege, heißt es von Seiten der Stadt.

Heute werden weitere Laborergebnisse erwartet, teilt Bernd Hieber aus dem Stadtbauamt auf Anfrage mit. Ob die Verunreinigung unmittelbar mit den Arbeiten zusammenhängt, stehe noch nicht zweifelsfrei fest. Auch andere mögliche Ursachen werden untersucht.

Vierte Trinkwasserprobe war unauffällig.

Erste Proben hatte die Baufirma am 18. Juli genommen, die Stadt nahm am 23. Juli vier weitere Proben. Keimbelastungen zeigten sich im neuen Hochbehälter, im Ortsnetz in der Nähe der Baustelle am Berliner Ring sowie am Übergabeschacht Thal. Die gemessenen Belastungen seien jedoch gering, erklärt Hieber (siehe Info-Kasten). Die vierte Trinkwasserprobe von der Baustelle „Heckengraben“ war hingegen unauffällig.

Der Nachweis von coliformen Bakterien stelle keinen eindeutigen Beweis für eine fäkale Verunreinigung dar. Sie sei aber immer ein Hinweis auf einen nicht ordnungsgemäßen Zustand im Versorgungssystem. Für gesunde Personen stellten die Keime keine unmittelbare Gesundheitsgefährdung dar. Das gelte jedoch nicht für  abwehrgeschwächte Personen, etwa für Säuglinge.

Bis zu vier Keime auf 100 Milliliter

Verunreinigung Der Grenzwert für coliforme Keime im Trinkwasser liegt bei null, sie haben also im Leitungsnetz einfach nichts verloren. Die jetzt in Vöhringen bei Proben gemessenen Werte liegen in drei von vier Fällen darüber, allerdings nicht dramatisch: Bei der Probe aus dem neuen Hochbehälter wurde ein Keim je 100 Milliliter gemessen, im Ortsnetz in der Nähe der Baustelle am Berliner Ring drei Keime je 100 Milliliter und am Übergabeschacht Thal vier Keime. Die Stadt hat ein Infotelefon für Bürger eingerichtet: (07306) 9622-52 und -41.

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