14 Gaststätten gibt es in Vöhringen. Unter den Wirten herrscht ein ständiges Kommen und Gehen. Nur das Bräuhaus, am Vöhringer "Stachus", ist eine Institution: Es wird seit 114 Jahren von der Familie Lepple bewirtschaftet.

Direkt im Anschluss hatte Andra Lepple, die Tochter der Bräuhaus-Wirtin Uschi, in den Räumen einer ehemaligen Drogerie den "Zaubergarten" eingerichtet. Doch der hat jetzt wieder dichtgemacht. Die Ideen der jungen Wirtin, wie Strickstammtische, Live-Musik und Diskussionsrunden, reichten für ein erfolgreiches Geschäftsmodell am Ende nicht aus. "Vöhringen ist eben keine wirkliche Stadt", stellt Uschi Lepple lapidar fest.

Das Bräuhaus wurde 1871 erbaut. Auf der anderen Seite der Straße liegen zwei noch ältere Gaststätten, die eine wechselvolle Geschichte haben. Im früheren "Grünen Baum" ist ein asiatisches Restaurant untergebracht, das vor kurzem wieder einmal den Pächter gewechselt hat. Das alte Gasthaus "Zur Krone" heißt derzeit "Zentrale". Über die Stadt hinaus bekannt wurde es als "Verkaufter Großvater" - Lokal des Fantasiestaats Germanitien.

In den 60er Jahren hatten die Vöhringer noch die Wahl unter 21 Wirtschaften und drei Cafés. Darunter war mit dem "Charlott" oder "Fuggerstüble", im Jargon der Jugend "Schuppen" genannt, die angesagteste Kneipe im ganzen Illertal. Dort hatte sich die Kontaktbörse der US-Boys aus den Kasernen in Neu-Ulm etabliert. Später zog die "Alte Schmiede" die jungen Leute in Massen an. Heute steht an deren Stelle ein Verbrauchermarkt.

Vor 40 Jahren wurde der Sportpark samt Restaurant im Süden der Stadt gebaut. Die Anlage gehört der Stadt, der SC Vöhringen ist alleiniger Nutzer. Wie bei vielen Klubs läuft die Vereinsgaststätte seit Jahren nicht besonders. Der SC-Vorsitzende Christoph Koßbiehl hofft, dass es mit dem neuen Pächter und deutscher Küche aufwärts geht. Bürgermeister Karl Janson setzt auf die rund 3000 Vereinsmitglieder: "Es muss doch möglich sein, dass mit diesem großen Verein im Rücken ein Wirt sein Auskommen hat."

Dieselbe Hoffnung hegt Janson für das Sportheim "Zum Brückle" in Illerzell. Vor wenigen Monaten hat die Stadt das Lokal übernommen, um Musikern, Sportlern und vor allem den Senioren im Dorf ihren Treffpunkt zu erhalten. Aus demselben Grund wird auch das "Bierstüble" im Untergeschoss des Josef-Cardijn-Hauses, das die Stadt der katholischen Kirche abgekauft hat, nachmittags bewirtschaftet: Die älteren Bürger sollen mitten in der Stadt einen Treffpunkt haben. Beliefert wird das Stüble vom "Schwarzen Adler", der Gaststätte im städtischen Kulturzentrum Wolfgang-Eychmüller-Haus.

Ein gutes Händchen hatte die Stadt, als sie 2008 das frühere Geschäft der Firma Kirsch an der Ulmer Straße kaufte. Es wurde für viel Geld generalsaniert und ist heute an eine Bäckerei verpachtet. Tagsüber ist das "Milos" Café, abends wird es zur Kneipe - zur Zeit vor allem von Handball-Freunden zum Public Viewing genutzt. Allerdings gab es auch hier schon einen regen Pächterwechsel.