Handel Viele Lücken im Iller-Center

Geschlossen: In Senden gibt es mehr Leerstand.
Geschlossen: In Senden gibt es mehr Leerstand. © Foto: Dave Stonies
Niko Dirner 31.07.2018

Sind es „ganz normale Neuvermietungen“, wie ein Händler meint? Oder Anzeichen dafür, dass das Iller-Center nicht mehr so gut läuft, wie andere meinen? Da sich die Immobilien-Verwaltung des Komplexes an der Berliner Straße in Senden auch auf wiederholte Anfrage nicht zu den Leerständen äußert, muss diese Frage letztlich unbeantwortet bleiben.

Fakt ist: In dem Einkaufszentrum sind derzeit fünf Geschäfte nicht belegt. Zwei davon stehen schon länger leer. Diese Einheiten sind entstanden, als Modepark Röther, der im südlichen Teil des Iller-Centers untergebracht war, in fünf kleinere, direkt vom Parkplatz her zugängliche Läden umgebaut worden ist. Neu dazugekommen sind am 7. Dezember das Modelabel Camp David, die Unterwäschemarke Schiesser sowie der Textil-Filialist S.Oliver.

Die beiden übrigen Einheiten, um die 500 Quadratmeter groß, seien so gut wie vermietet, vermeldete Alexander Bartosch von der Hausverwaltungsfirma Prime bereits im Herbst 2017. Es gäbe mehrere Interessenten, die Nachfrage sei sehr hoch. Mögliche Sortimente sind: Textilien, Schuhe, Sportartikel, Heimartikel. Bis heute ist niemand eingezogen.

Im Gegenteil: Der Leerstand hat sich vergrößert. Seit Juni sind auch drei Geschäfte im nördlichen Teil des Centers nicht mehr belegt. My Shoes und Jeans Fritz haben geschlossen, nachdem auf zehn Jahre geschlossene Mietverträge ausgelaufen sind. Eine Sprecherin von Jens Fritz erklärt: „Wir haben bestimmte Erwartungen an einen Standort. Werden diese auf längere Sicht nicht erfüllt, sehen wir keinen Anlass auf eine Verlängerung des Mietvertrages.“ My Shoes informiert: „Senden bleibt als Standort für uns interessant.“ Aktuell werde der Markt geprüft.

Kaffee-Betreiber Anton Walser hätte nach den ersten zehn Jahren im Iller-Center gerne weitergemacht. Es sei nicht schlecht gelaufen. Irgendwie hätten er und die Hausverwaltung jedoch nicht zusammengefunden.

Ein Händler meldet Zuwächse

Einer der verbleibenden Händler, der hier nicht namentlich genannt werden soll, sagt: „Wir sind in Senden zufrieden mit unserer Frequenz. Insbesondere, wenn man liest, was sonst so los ist im Einzelhandel.“ Es gäbe sogar Zuwächse. Der Standort passe. Deichmann etwa hat seine Filiale im März sogar modernisiert.

Vielleicht gibt es im Herbst eine Wiederbelebung – mit der Eröffnung der Filiale des Sportartikelhändlers Decathlon im ans Iller-Center angrenzenden Gebäude der Drogeriemarktkette Müller (siehe Info-Kasten).

Standort Senden gilt als sehr sportlich

Ankündigung Die Gitter, die einst das Außenlager eines Marktkauf-Baumarktes abgrenzten, sind Glasfronten gewichen, davor ist ein Parkplatz entstanden. Unter dem Parkdeck im Müller-Bau des Sendener Einkaufszentrums ist in den vergangenen Monaten mit großem Aufwand eine neue Verkaufsfläche entstanden. 2500 Quadratmeter umfasst diese, einziehen wird eine Decathlon-Filiale. In der Pressemitteilung dazu wird „der Standort Senden“ für seine Familienfreundlichkeit gepriesen. Es gebe eine große „sportliche Vielfalt“.

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