Städtebau Viele Ideen für das neue Quartier

Drei Planungsbüros haben dem Illertisser Stadtrat ihre städtebaulichen Entwicklungskonzepte für das neue Wohnbaugebiet südlich der Franz-Mang-Straße vorgestellt.
Drei Planungsbüros haben dem Illertisser Stadtrat ihre städtebaulichen Entwicklungskonzepte für das neue Wohnbaugebiet südlich der Franz-Mang-Straße vorgestellt. © Foto: Stadt Illertissen
Illertissen / Johannes Braun 23.12.2017
Auf der Suche nach einer Lösung für das geplante Wohngebiet ist der Illertisser Stadtrat einen Schritt vorangekommen.

Für die Präsentationen des  städtebaulichen Entwicklungskonzepts beim Gebiet südlich der Franz-Mang-Straße nahmen sich die Illertisser Stadträte in der Sitzung am Donnerstagabend viel Zeit – und das, obwohl auf der Tagesordnung noch einige andere hochkarätige Themen standen. Schließlich ging es darum, die einzelnen Ideen und Vorstellungen der drei beauftragten Planungsbüros zu verstehen, um sie in einem weiteren Schritt gegeneinander abzuwägen. Die Vorgaben für das knapp acht Hektar große Gebiet nahe der Berufs- und Förderschule lösten die Planer teilweise auf sehr unterschiedliche Art. Einzubeziehen waren unter anderem die verkehrliche Erschließung einschließlich Bus- und Radverkehr, unterschiedliche Wohnformen mit 25 Prozent Geschosswohnungsbau, eine mögliche Erweiterung des Schulstandorts, eine Anzahl von mindestens 30 Parkplätzen gerade auch für die Auto fahrenden Berufsschüler, ein dreigruppiger Kindergarten, Flächen für Spielplätze und Sport, ausreichende Begrünung sowie so genannte Quartiersplätze.

Unterschiedliche Ansätze

In der ersten Präsentation legte Professor Martin Schirmer aus Würzburg Wert auf die Verknüpfung der Iller-Aue im Westen mit der Iller-Leite im Osten, wobei die neu zu gestaltende Franz-Mang-Straße für ihn die Verbindung dafür darstellt. „Die Franz-Mang-Straße ist quasi das Rückgrat meines Entwurfs“, sagte Schirmer. In seiner Ausarbeitung wies er den Plätzen als Verzahnung des neuen Quartiers eine besondere Bedeutung zu. Neben Geschosswohnungen waren auch Reihen-, Ketten-, Doppel- und Einfamilienhäuser vorgesehen. Zudem zeigte er einen Platz für ein mögliches Internat, einen Kindergarten und und zum Sporttreiben. Stadtrat Ansgar Batzner erkundigte sich nach Versorgungs- und Dienstleistungsangeboten. „Das Konzept ließe das zu, aber aus meiner Sicht ist das Gebiet dafür zu klein“, sagte Schirmer, der dies mit Unrentabilität und einer recht kurzen Distanz zur Innenstadt begründete.

In der zweiten Präsentation teilte Sandra Urbaniak aus München das Gebiet in mögliche Bauabschnitte auf. Startpunkt dafür wäre an der Franz-Mang-Straße gleich neben der Schule, weiter ginge es noch weiter westlich, bevor der südliche Teil an der Reihe wäre. Die Besonderheit an ihrem Konzept war eine Erschließung ohne Durchfahrtsstraßen. „Nur der Ziel- und Quellverkehr benutzt die Straßen in den einzelnen Abschnitten“, sagte Urbaniak. Dafür ging aus ihrem Plan, in dem vier Quartiersplätze waren, ein Netz an Rad- und Fußwegen hervor. Den Geschosswohnungsbau sah sie an der Berufsschule größer mit drei Geschossen plus Dach, ansonsten eher kleiner. Als alternative Wohnformen waren in dem Plan, Reihen-, Ketten- und Doppelhäuser. Stadtrat Ansgar Batzner freute sich über den geringen Straßenanteil und die gute Durchmischung in dem Entwurf. Andreas Lanwehr wiederum bemängelte das Fehlen von Einfamilienhäusern, schließlich werde auf dem BayWa- und dem Ruku-Areal schon verdichtet gebaut. „Dieses Gebiet gibt es aus meiner Sicht durchaus her, dass dort auch Einzelhäuser stehen“, sagte Lanwehr. Urbaniak entgegnete, dass in der Ausschreibung auch verdichtetes Wohnen verlangt gewesen sei, aber „natürlich lassen sich auch ohne Probleme Einfamilienhäuser an die Stelle von Ketten- oder Reihenhäuser einplanen.“

In der dritten Präsentation zeigte Kirstin Kalbhenn vom Büro Wick und Partner aus Stuttgart einen lang gestreckten Grünraum auf, der einen Blick zu St. Martinskirche und zum Schloss zulasse. Relativ mittig an der Franz-Mang-Straße war der Kindergarten vorgesehen mit einem Spielplatz dahinter, an dem sich der Grünraum anschließt. Dieser Grünraum wäre auch eine Art Teiler zwischen dem gerade überplanten Gebiet und einer möglichen Erweiterung in Richtung Westen. Das Gesamtgebiet wies eine ringförmige Erschließung auf, wobei auch sie eine zeitlich versetzte Erschließung mit vier Bauabschnitten präsentierte. Zudem ist ein zweiter Anschluss an den Autobahnzubringer, der Staatsstraße 2018, mittels eines Kreisverkehrs vorgesehen. Der Geschosswohnungsbau war relativ ausgeprägt und lag direkt an der Franz-Mang-Straße beziehungsweise im östlichen Teil des Gebiets. Als individuelle Wohnformen hat das Büro Reihen-, Ketten- und Doppelhäuser geplant, Einfamilienhäuser wären aber ebenfalls machbar. Stadtrat Ansgar Batzner lobte den angedachten Kreisverkehr und fragte dann, warum in diesem Entwurf viel mehr Wohneinheiten seien. „Das liegt wahrscheinlich an größeren Anzahl an Geschosswohnungsbauten“, sagte Kalbhenn.

So geht’s beim geplanten Wohnbaugebiet weiter

Vorgehensweise Zunächst stellt Manfred Norrenbrock vom Illertisser Hochbauamt eine Gegenüberstellung der Rahmendaten zusammen. Anschließend wird ein Gremium gebildet, dem auch Fraktionsbeteiligte angehören. Auf Empfehlung der Regierung Schwaben sollten die Arbeiten zumindest von einem neutralen Städteplaner begutachtet werden. Damit wird Barbara Hummel vom Planungsbüro Schober aus München beauftragt. Zudem wird Kreisbaumeister Hartberger zur Beurteilung der Arbeiten eingeladen. Das Gremium werde im Januar Vorschläge für die weitere Vorgehensweise erarbeiten, die dann in einer Stadtratssitzung im Januar oder Februar erörtert werden.

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