Schlicht und ergreifend: Der Standort ist super, wir sind froh, dass es ihn gibt.“ Was Wolfgang Heilemann, Leiter der Jugendhilfe beim Arbeiter-Samariter-Bund Neu-Ulm so freut, ist der Umzug der heilpädagogischen Tagesstätte nach Nersingen. Früher war die ASB-Einrichtung im fünften Stock eines Gebäudes in der Böttgerstrasse inmitten eines Neu-Ulmer Gewerbegebiets.

Das habe zwar „auch funktioniert“, was die Kinder dort aber nicht hatten, war ein Freigelände, um sich mal richtig austoben zu können. „Wir mussten zu einem Spielplatz oder in den Wald fahren“, erinnert sich Heilemann. Das ist in Nersingen nicht mehr nötig: „Hier haben wir alles vor der Haustür und viel mehr Platz.“

Dass sich das freistehende Einfamilienhaus im Wohngebiet bewährt hat, steht mittlerweile außer Frage, zumal die Betreuungseinrichtung schon vor der offiziellen Eröffnung ihren Betrieb aufgenommen hat. Ein glücklicher Umstand ist auch die tolerante Nachbarschaft, der, wie zu hören war, herumtollende Kinder keine Sorgen bereiten, obwohl „manchmal ein bisschen der Punk abgeht“, wie Wolfgang Heilemann einräumt.

Dort werden bis zu zehn „Kinder zwischen 6 und 12 Jahren, die den Anforderungen der Gesellschaft oftmals nicht mehr standhalten können“ betreut und gefördert. Viele haben Entwicklungsschwierigkeiten und sind verhaltensauffällig geworden, darunter auch Kinder, die von ADHS betroffen sind. In der heilpädagogischen Tagesstätte werden die Kinder nach der Schule bis 16.15 Uhr betreut, sie essen gemeinsam, erfahren soziales Lernen in der Gruppe bis hin zur gezielten Einzelbetreuung. Wobei dort angesetzt wird, was von Eltern und Schulen oftmals nicht leistbar ist. Denn der  heilpädagogische Auftrag geht über die Hausaufgabenhilfe hinaus und beinhaltet auch die Unterstützung bei Rechtschreib- oder Leseschwäche, bei Hyperaktivität, auffälligem Sozialverhalten und seelischen Behinderungen. Nicht zuletzt werden auch die Elten eingebunden.

Ganzheitlich, wie der Ansatz ist, haben die engagierten ASB-Kräfte auch in anderer Hinsicht bereits Erfolge zu verzeichnen. „Hier wird gesundes Essen gekocht“, freut sich der Leiter der Jugendhilfe über das Durchhaltevermögen in der Küche. Es sei zwar ein langer Weg weg von der Tiefkühlkost und dem gewohnten Fastfood gewesen,  „doch das ist heute kein Thema mehr“.