Tiefenbach bei Illertissen Verkehrsberuhigung weiter Streitthema

INGE SÄLZLE-RANZ 09.11.2013
Der Streit um die Zufahrt zum neuen A 7-Anschluss ist seit kurzem beigelegt. Jetzt wird diskutiert, wer die zündende Idee für die Einigung hatte.

Da hielt es Uwe Bolkart, den Illertisser CSU-Stadtrat und Ortsvereinsvorsitzenden, nicht mehr auf seinem Stuhl. Obwohl Stadträte üblicherweise bei Bürgerversammlungen zuhören und die Bürger sprechen lassen, wollte er eine Aussage von Bürgermeisterin Marita Kaiser in Tiefenbach so nicht stehen lassen. Kaiser hatte in ihrem Rechenschaftsbericht behauptet, der als CSU-Antrag eingebrachte und von einem Ingenieurbüro untersuchte Vorschlag zur Verkehrsberuhigung in Tiefenbach (wir berichteten) sei die Idee des ehemaligen Stadtrats Franz Münzenrieder (CSU) gewesen. "Das stimmt nicht", versuchte Bolkart klarzustellen. Jürgen Eisen, Kaisers frisch nominierter CSU-Gegenkandidat um das Bürgermeisteramt, sei der Initiator gewesen.

Bolkart, der von Bürgermeisterin Kaiser aufgefordert wurde, das Wort bei der Bürgerversammlung den Bürgern zu überlassen, bekam rasch Schützenhilfe aus den Zuhörerreihen. Die Verwaltungschefin hefte sich Erfolge anderer ans Revers, wurde laut kritisiert. Nicht nur Jürgen Eisen sei großes Lob zu zollen für sein Engagement um eine Verkehrsberuhigung in Tiefenbach, sondern auch Wolfgang Ostermann (SPD) und Gerhard Reisinger (Bürgerliste) hätten sich maßgeblich eingesetzt. Überhaupt sei der einzig konkrete Ansatz für Verkehrsverbesserungen in Tiefenbach einem Antrag zu verdanken, den, wie berichtet, kürzlich die Fraktionen von CSU, SPD und Bürgerliste zusammen einbrachten. Von der Verwaltung sei bisher kaum etwas Vernünftiges entwickelt worden.

Gut 60 Gäste, darunter auch der vom Illertisser SPD-Ortsverein nominierte Bürgermeisterkandidat Alexander Schilling sowie eine ganze Reihe von Stadträten, waren zu der Bürgerversammlung in die Tiefenbacher Gemeindehalle gekommen. Bei den wenigen Wortmeldungen ging es erwartungsgemäß um die innerörtlichen Verkehrsbelastungen. Dabei wurde auch deutlich, dass die bisher von einem Ingenieurbüro vorgeschlagenen Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung in der Graf-Kirchberg-Straße und der Emershofener Straße nicht von allen Seiten als sinnvolle Lösung betrachtet werden. Bürgermeisterin Marita Kaiser sicherte zu, dass über diese Voruntersuchung noch verhandelt werden könne.