Konferenz Verkehr: Was passiert auf Schwabens Straßen?

Andreas Scheuer war zu Gast in Memmingen.
Andreas Scheuer war zu Gast in Memmingen. © Foto: Michael Kappeler/dpa
Memmingen / Bianca Frieß 23.08.2018

Urlauber ziehen Koffer hinter sich her, an der Sicherheitskontrolle bilden sich Schlangen, immer wieder startet ein Flugzeug: Am Allgäu Airport in Memmingen herrscht Hochbetrieb. Es ist kein Zufall, dass die schwäbischen  CSU-Landtagsabgeordneten das Terminal für ihre Verkehrskonferenz gewählt haben. „Hier sind wir im Mittelpunkt des Geschehens“, sagt Alfred Sauter.

Die Zukunft des Verkehrs ist Thema der Veranstaltung, bei der – knapp acht Wochen vor der bayerischen Landtagswahl – auch schon Wahlkampf-Stimmung mitschwingt. In einem verabschiedeten Positionspapier formulieren die 15 schwäbischen Landtagsabgeordneten eine lange Wunschliste. Sie fordern von der Bundes- und der künftigen Landesregierung zahlreiche Maßnahmen:

Straße Die im Bundesverkehrswegeplan enthaltenen Projekte sollen zügig umgesetzt werden – etwa der sechsspurige Ausbau der A 7 vom Autobahndreieck Hitti­stetten bis Memmingen. „Der Bund investiert hier 275 Millionen Euro“, sagt Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU). Konkrete Planungen gibt es dazu noch nicht, der Abschnitt zwischen Neu-Ulm und Illertissen ist im Bundesverkehrswegeplan aber immerhin als Projekt mit „vordringlichem Bedarf“ eingestuft, hat also höchste Priorität. Gute Fortschritte mache auch die Erweiterung der B 10 zwischen Neu-Ulm und Nersingen auf vier Spuren, berichtet Scheuer. „Insgesamt investieren wir in Schwaben mehr als 2,4 Milliarden Euro – allein in die dringlichsten Verkehrsprojekte.“

Schiene Auch für den Schienenverkehr haben die Abgeordneten viele Wünsche. Ganz oben steht die Elektrifizierung, etwa auf der Strecke Ulm–Kempten–Oberstdorf, damit auf der Illertalbahn künftig die Dieselloks ausgedient haben. Außerdem fordern die Politiker, die Planungen für den ICE-tauglichen Ausbau der Strecke Augsburg–Neu-Ulm rasch voranzubringen. Für Letzteres ist „heuer der Startschuss für die Vorplanungen gefallen“, verkündet die bayerische Verkehrsministerin Ilse Aigner (CSU). Der Fernverkehrshalt in Günzburg solle dabei auf jeden Fall erhalten bleiben, ergänzt Scheuer.

ÖPNV Der Freistaat investiere in den kommenden fünf Jahren 2,1 Milliarden Euro in den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV), sagt Aigner. Ganz oben auf der Agenda steht dabei die Bildung von Verkehrsverbünden. „Damit der Kunde nur noch einen einzigen Fahrschein braucht.“ Außerdem möchte die Ministerin Fahrten im Stundentakt auf immer mehr Linien durchsetzen und Busverbindungen schaffen, „wo keine Bahnlinien vorhanden sind.“ Auch die Busflotte soll modernisiert werden. Das Ziel: Bis 2020 will der Freistaat insgesamt 2000 Busse fördern, sagt Aigner. Die Fahrzeuge sollen dem modernsten Standard hinsichtlich Abgaswerten und Barrierefreiheit genügen. Die Verkehrsministerin möchte aber auch flexible Formen des öfffentlichen Nahverkehrs unterstützen – wie den Pfiffibus im Landkreis Neu-Ulm.

In allen Bereichen wird der Verkehr weiter zunehmen, sagt Scheuer – und verweist auf die vollen Parkplätze am Memminger Flughafen. „Unsere Aufgabe ist es, das effizienter, sicherer und umweltfreundlicher zu managen.“

Ausbau des Allgäu Airports wird teurer

Passagiere Mit 1,4 Millionen Passagieren rechnet Ralf Schmid, Geschäftsführer des Allgäu Airports für das Jahr 2018. Im vergangenen Jahr waren es 1,18 Millionen. Schon im ersten halben Jahr 2018 verzeichnete der Flughafen mit rund 680 000 Passagieren ein Plus von 31 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Sanierung Im September soll der lang geplante Ausbau des Flughafens beginnen. Im Mittelpunkt steht Sanierung und Verbreiterung der Start- und Landebahn, auch die Gepäckhalle wird erweitert. „Insgesamt 21 Millionen Euro an Investitionskosten kommen auf uns zu“, sagte Schmid. Ursprünglich geplant waren Baukosten von 17,7 Millionen Euro, von denen der Freistaat 12,2 Millionen übernehmen wollte. Das Land werde die Mehrkosten aber anteilig mittragen, erklärte Verkehrsministerin Ilse Aigner nun. Grund für die Kostensteigerung sind Kapazitätsengpässe bei Baufirmen, dadurch verzögerte sich der Baubeginn.

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