Ehrenamt Verein will medizinische Versorgung stärken

Hier finden die Trainingskurse statt. Von links: Schriftführerin Sabine Benti, Schatzmeister Dieter Mayer, Erich Josef Geßner, Piero Banti und Max Geißelmann.
Hier finden die Trainingskurse statt. Von links: Schriftführerin Sabine Benti, Schatzmeister Dieter Mayer, Erich Josef Geßner, Piero Banti und Max Geißelmann. © Foto: Bianca Frieß
Illertissen / Bianca Frieß 15.12.2017
Der Förderverein Gesundheitspflege Illertal sitzt mittlerweile in den Räumen der Kränzle-Stiftung.

Laufbänder und Trimmräder sind nebeneinander aufgereiht, fast wirkt der Raum wie ein Fitnessstudio. „Hier kommen aber nur Menschen her, die krank sind – es muss immer ein Arzt dabei sein“, sagt Dr. Piero Banti, Vorsitzender des Fördervereins Gesundheitspflege Illertal und ehemaliger Chefarzt an der Illertalklinik. Der Verein hat es sich zum Ziel gesetzt, die medizinische Versorgung in der Region zu stärken.

Räume zur Verfügung gestellt

Das Ziel ist seit der Gründung im Jahr 2000 das gleiche. Form und Name des Vereins haben sich aber geändert. Bis vor zwei Jahren saßen die Ehrenamtlichen in den Räumen der Illertalklinik, betrieben dort auch eine Bibliothek. Als der heute 67-jährige Banti in Rente ging, hat sich diese Verbindung gelöst. „Außerdem hatte die Illertalklinik Schwierigkeiten, Räumlichkeiten zu finden“, sagt der frühere Landrat Erich Josef Geßner, der sich im Verein engagiert. Die Ehrenamtlichen zogen in Räume um, die die Stiftung der Firma Kränzle zur Verfügung stellte. Mit einher ging ein Namenswechsel: Aus „Förderverein Illertalklinik“ wurde „Förderverein Gesundheitspflege Illertal“.

Heute hat der Verein 60 Mitglieder. Rund 30 Menschen aus der Region kommen in Kleingruppen regelmäßig zum Training, das Banti leitet. Es gibt etwa eine Osteoporose- und eine Koronar-Gruppe, Menschen mit Muskelerkrankungen trainieren ihre Muskulatur. „Die Nachfrage ist groß“, erzählt Banti: „Inzwischen finden jeden Tag Kurse statt.“ Außerdem bietet er Wiederbelebungskurse an, Teilnehmer lernen bei ihm den Umgang mit einem Defibrillator.

In einem anderen Raum gibt es auch spezielle Massage-Liegen für Schmerzpatienten und ein Behandlungszimmer. „Hier renke ich ein“, sagt Banti. Er kümmert sich um die erste Therapie, dann verweist er seine Patienten an eine Arztpraxis. Wenn nötig hilft er ihnen, zeitnah einen Termin bei einem Spezialisten zu bekommen. „Sonst wartet man auf ein MRT sechs Wochen.“

Oft kommen bedürftige Menschen, die nicht viel Geld für Medikamente und Behandlungen haben. Für die Therapie im Verein müssen sie nichts bezahlen. „Wir finanzieren alles aus Spenden, darauf sind wir angewiesen“, sagt Max Geißelmann, stellvertretender Vorsitzender. Der Verein ist daher immer auf der Suche nach Sponsoren – und nach Menschen mit medizinischen Vorkenntnissen, die sich engagieren möchten. Denn Banti ist der einzige Arzt, der im Verein tätig ist. „Wenn er mal ausscheidet, bekommen wir ein Problem“, sagt Geißelmann.

Gebäude neben der Firma Kränzle

Sitz Der Förderverein ist neben dem Werk zwei  der Firma Kränzle in der Siemensstraße 17 in Illertissen zu finden. Ein schmaler Weg führt am Werk vorbei zu dem Gebäude.

Webseite Weitere Informationen zum Angebot gibt es im Internet unter foerder-gesundheitspflege.de

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