ÖPNV Unmut über neuen Bus

Illertissen, Pfiffibus   SPORRER_LISA - 16.12.2014 Startschuss für den Illertisser Pfiffibus: v.l.n.r.: Carsten Fregin (Ministerialrat Öffentlicher Verkehr, Staatsministerium), Thomas Mügge (Geschäftsführer Ding), Thorsten Freudenberger (Landrat),
Illertissen, Pfiffibus SPORRER_LISA - 16.12.2014 Startschuss für den Illertisser Pfiffibus: v.l.n.r.: Carsten Fregin (Ministerialrat Öffentlicher Verkehr, Staatsministerium), Thomas Mügge (Geschäftsführer Ding), Thorsten Freudenberger (Landrat), © Foto: Lisa Maria Sporrer
Niko Dirner 16.09.2017
Von wegen pfiffig: Auf den Plan, einige Senden betreffende Linie auf ein Rufsystem umzustellen, fährt die Stadt gar nicht ab.

Die Nachricht, dass drei Buslinien, die Senden und das Illertal betreffen, abends auf ein Rufsystem umgestellt werden, ist zwar schon seit März draußen. Aber erst jetzt, da das damit beauftragte Unternehmen Gairing für diesen Pfiffibus nach Fahrern sucht, rückt die für Dezember geplante Neuerung ins Bewusstsein der Bürger und politisch Verantwortlichen. Und zumindest in Senden ist man nicht begeistert.

Auf Anfrage teilt Jörg Portius, Sprecher der Kommune, mit: „Aus Sicht der Stadt bedeutet die Umwandlung der Linien 733 und 734 hin zum Pfiffibus eine Verschlechterung des Nahverkehrsangebots.“ Eigentlich sei es doch erforderlich, dass ÖPNV-Angebot „auf die Zukunft ausgerichtet weiter zu stärken“. Beispielsweise, weil es aufgrund der demografischen Entwicklung immer mehr ältere Menschen gibt.

Weniger Besucher in Senden

Konkret sehen die Pläne von Landkreis und Nahverkehrsverbund Ding vor, aufgrund zuletzt schwacher Nachfrage die Linien 733 (Senden-Aufheim), 734 (Senden-Wullenstetten-Witzighausen) sowie 765 (Vöhringen-Weißenhorn) nach 20 Uhr nur noch bei Bedarf fahren zu lassen. Dafür soll künftig stündlich vom Weißenhorner Bahnhof ein Bus Richtung Pfaffenhofen und in die Gegenrichtung fahren.

Die Stadt Senden sieht diese „Reduzierung des klassischen Linienverkehrs“ aus mehreren Gründen sehr kritisch. Befürchtet wird etwa eine abschreckende Wirkung auf die Nutzer des „Weißenhorners“. Diese 2013 reaktivierte Zugverbindung habe doch erst zu erhöhten „Fahrgast- und Umstiegszahlen“ bei den als Zubringern konzipierten Buslinien geführt. Zudem könnten die Besucherzahlen bei Abendveranstaltungen in Senden zurückgehen, da die Rückfahrt in die Ortsteile zukünftig insbesondere unter der Woche erschwert wird.

Reduzierung des Liniendienstes „falsches Signal“

Drittens wirft Portius erneut die „ganz grundsätzliche Frage“ auf, ob die ÖPNV-Anbindung zwischen dem Sendener Norden und der Innenstadt wirklich ausreichend ist. Eine Reduzierung des regulären Liniendienstes sei aus Sicht der Stadtverwaltung jedenfalls „ein falsches Signal“.

Ding hingegen sagt, mit dem Pfiffibus würden sich die Fahrzeiten verkürzen, weil nicht mehr jedes Mal der komplette Linienweg bedient werden müsse. Einen Vorteil immerhin erkennt Senden im neuen Fahrplan, der ab 10. Dezember gilt: Die stündliche Anbindung von Illerberg/Thal an den Bahnhalt in Witzighausen.

Auch von den Kosten her wird das neue Konzept Senden in die Karten spielen. Zwar rechnet der Kreis mit jährlichen Mehrausgaben von 21.000 Euro, Senden aber soll, so gibt Bürgermeister Raphael Bögge eine Aussage des Landratsamt wieder, wegen des verringerten kommunalen Zuschusses künftig Geld sparen.

So funktioniert der Pfiffibus

Der Pfiffibus ist ein Kleinbus mit acht Sitzplätzen, der bedarfsgerecht fährt. Alle Touren, die im Fahrplan als Bedarfshalt gekennzeichnet sind, erfordern grundsätzlich eine Buchung seitens des Passagiers spätestens eine Stunde vor Fahrtbeginn. Es besteht zudem die Möglichkeit, Fahrten mit dem Rufbus direkt online unter www.ding.eu zu buchen.