In Schlangenlinien fährt ein Mann über die A7. Mit seinem Auto rammt er die Leitplanke, hält aber nicht an. Bis ihn die Polizei schließlich stoppt. Die Beamten stellen fest: Der Fahrer hat keinen Führerschein. Außerdem hat er vor der Fahrt Alkohol getrunken, Drogen genommen. An der Leitplanke hat er einen Sachschaden von knapp 3000 Euro verursacht. Nur zwei Monate später setzt sich der Mann erneut ohne Führerschein ans Steuer.

Für diese Straftaten im Januar und März dieses Jahres hat das Neu-Ulmer Amtsgericht den Fahrer, einen 32-Jährigen aus dem Kreis Neu-Ulm, nun zu einer Freiheitsstrafe verurteilt – ohne Bewährung. Er muss für elf Monate ins Gefängnis. „Sind Sie von allen guten Geistern verlassen?“, sagte Amtsgerichtsdirektor Thomas Mayer. „Das ist brandgefährlich.“ Zumal der Mann vielfach vorbestraft ist, er ist insgesamt 17 Mal verurteilt worden. Einige Male einschlägig, wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis. Aber auch oft wegen Besitzes und Handels mit Drogen, seit Jahren ist er süchtig. Erst einen Monat vor der Fahrt im Januar war der 32-Jährige aus dem Gefängnis entlassen worden.

Heimfahrt vom Drogenkauf

Im Wesentlichen räumte der Mann die Taten vor Gericht ein. Er sei an dem Tag im Januar zuerst bei einem Bekannten gewesen, habe dort Alkohol getrunken. Dann fuhren die beiden nach Memmingen. „Wir wollten Marihuana kaufen.“ Auf dem Heimweg kam es zum Unfall, zwischen dem Dreieck Hittistetten und Nersingen. Ein Beamter der Autobahnpolizei Günzburg, der den 32-Jährigen schließlich anhielt, berichtete vor Gericht von dessen Fahrweise. „Er ist in Schlangenlinien über zwei Fahrstreifen und den Seitenstreifen gefahren“, sagte er. „In so ausgeprägter Form habe ich das noch nie gesehen.“

Inzwischen hat der Mann sein Auto verkauft. „Sie kriegen die nächsten Jahre keine Fahrerlaubnis“, sagte Mayer. „Damit müssen Sie sich abfinden.“

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