Weißenhorn Unerfreuliches vom Pflaster

Wie wird mit der Pflasterung in der Memminger Straße verfahren? Die Stadt hat die Arbeiten noch nicht abgenommen. Foto: Patrick Fauß
Wie wird mit der Pflasterung in der Memminger Straße verfahren? Die Stadt hat die Arbeiten noch nicht abgenommen. Foto: Patrick Fauß
Weißenhorn / PATRICK FAUSS 14.11.2012
Bislang hat die Stadt die Pflasterarbeiten in der Memminger Straße noch nicht abgenommen. Gutachter hatten Mängel festgestellt. Am Montag wird im Stadtrat über die weitere Vorgehensweise beraten.

Unerfreuliche Neuigkeiten in Sachen Memminger Straße hat Bürgermeister Wolfgang Fendt im Bauausschuss für die kommende Stadtratssitzung am Montag angekündigt. Thema wird wohl unter anderem die Qualität der verwendeten Granitsteine sein. Ende September hatten Sachverständige überprüft, ob die Verlegungsarbeiten sachgerecht ausgeführt worden sind. Der Sachverständige Josef Nefele aus Egenhofen im Landkreis Fürstenfeldbruck hatte unter anderem Mängel bei der Fugenbreite und dem Pflasterbett unter den Steinen festgestellt. Die könnten nachgebessert werden, wenn auch mit einigem Aufwand.

Die Stadt hat daraufhin die Abnahme der Arbeiten verschoben und pochte auf Nachbesserungen. Ein bei Großbaustellen üblicher Vorgang, wie von Seiten der Stadt betont wurde. Ganz zufrieden ist man dennoch nicht. Vor kurzem wurde das Institut für Materialprüfung Dr. Schellenberg aus Leipheim mit der Untersuchung der verwendeten Pflastersteine beauftragt. Auch diese Ergebnisse sollen unter anderem am Montag vorgestellt werden.

Begonnen hatte man mit der Sanierung der Einkaufsstraße im Mai vergangenen Jahres. Rund zwei Millionen Euro mussten aufgewendet werden. Die Bauarbeiter erneuerten die Straße in Abschnitten von jeweils 15 bis 25 Metern. Der Verkehr konnte während der Arbeiten über Umleitungen weiter rollen. Zunächst wurde die Oberfläche aufgefräst, anschließend das Kopfsteinpflaster aus den 30er Jahren entfernt. Auch Kanäle und Leitungen wurden neu verlegt. Zu guter Letzt kam der Straßenpflasterbelag. Ende Juni eröffneten Stadt und ansässige Ladenbesitzer die Einkaufsmeile mit einem Straßenfest.

Bürger und auch Stadträte wie Bruno Simmnacher (PWG) oder Thomas Schulz (SPD) hatten das Pflaster während der Arbeiten immer wieder als zu holprig kritisiert. Schon bevor die Pflastersteine verlegt waren, haben sie die Gemüter erhitzt. Als die Abstimmung über den Ausbau der Straße im Dezember 2010 anstand, protestierten 42 Anwohner mit einer Unterschriftenliste gegen die Verwendung von Pflastersteinen. Sie fürchteten zu viel Lärm, wenn Autoreifen über die Steine rattern. Der Stadtrat entschied sich jedoch für das Pflaster, weil es sich besser ins Stadtbild einfüge als eine Asphaltstraße. Die Entscheidung war damals mit 14 JaStimmen (bei 24 Stadträten) jedoch knapp ausgefallen. Ein Lärmgutachter hatte bescheinigt, dass die Lärmbelastung durch ratternde Autoreifen vertretbar bleibe - wenn die Pflastersteine den Vorgaben entsprechend verlegt sind.

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