Alles im Griff Um halb zwei klingelt der Bäcker-Wecker

Aufstehen, schon halb zwei!
Aufstehen, schon halb zwei! © Foto: ©Gemenacom/Shutterstock.com
Region / Lisa Mahlke 01.09.2018

Ob piep-piep-piep oder ein lauter werdendes Lied – wenn der Wecker klingelt, nervt das. Der Traum war doch gerade so schön, und natürlich ist das Bett am kuscheligsten und bequemsten, wenn man eigentlich aufstehen muss. Wer denkt sich da nicht „Nur noch fünf Minuten ...“ Dank Schlummertaste werden aus den fünf Minuten 20 und der Morgen unentspannt.

Doch Jammern bringt nichts und ist im Vergleich zu Maria Prinz, die um 1.30 Uhr aufstehen muss, fast schon unangebracht. Die Bäckermeisterin aus Roggenburg nimmt es gelassen: „Der Wecker klingelt, ich stehe auf und überlege nicht, wie spät es ist.“ Sie wisse beim Klingeln, dass es Zeit zum Aufstehen ist – egal, ob sie eine, vier oder acht Stunden geschlafen hat. 20 Minuten später beginnt sie im Stockwerk drunter, in der Bäckerei Hörmann Klosterbäck, ihre Arbeit in der Produktion. „Reine Einstellungssache“, sagt sie. Davon kann man sich ruhig eine Scheibe abschneiden. Sie versucht, um 21.30 Uhr ins Bett zu kommen. Und: „Bäcker schlafen mittags nochmal.“

Wenn man wisse, wofür man aufsteht, und dass man gebraucht wird, sei es einfacher. Verschlafen hat sie das eine oder andere Mal trotzdem schon. Zwar nur eine halbe oder ganze Stunde. Im Bäckerhandwerk bedeute das aber: „Wenn du nicht rechtzeitig anfängst, kommst du ins Schleudern.“ Deshalb reizt sie die Schlummerfunktion nicht zu lange aus. Zweimal klingelt ihr Handywecker im Abstand von fünf Minuten – dann steht sie wirklich auf, „sonst wird’s gefährlich“.

Ein schönes Lied, mit dem sich manch einer das Aufstehen versüßt, ertönt bei der Bäckermeisterin nicht. Aber auch kein allzu aggressives Piepen – denn ihr Partner darf länger liegen bleiben. Die letzten Gedanken vor dem Einschlafen, hat sie gemerkt, beeinflussen nicht nur den Schlaf, sondern auch das Aufwachen. Wenn sie Angst hat zu verschlafen, schläft sie schlechter und ist zehn Minuten vor dem Wecker schon unruhig. Besser sei, sich positiv bewusst zu machen, dass man morgens gefragt ist. Im Urlaub allerdings schläft Maria Prinz gut und gerne bis neun.

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