Nach der gerade überstandenen Belastung des Trinkwassers mit coliformen Bakterien in Weißenhorn, schlägt nun die Nachbargemeinde Roggenburg Alarm: Der Nitratwert im Trinkwasser ist zu hoch. Betroffen sind Roggenburg selbst sowie die Ortsteile Ingstetten und Meßhofen. Für die Bürger gibt es aber laut Bürgermeister Mathias Stölzle keine Einschränkungen. Das Roggenburger Wasser wird mit Wasser des Brunnens Biberach gemischt, um die Nitratwerte wieder zu senken.

Herausgekommen waren laut Stölzle „leicht erhöhte Nitratwerte“ von 54 Milligramm pro Liter im Labor, als Fachleute die Proben der letzten routinemäßig durchgeführten Trinkwasseruntersuchung untersuchten. Der Grenzwert für Trinkwasser beträgt 50 Milligramm Nitrat pro Liter. Der festgestellte Wert für Nitrit ist im Rahmen: Festgestellt wurden 0,021 Milligramm pro Liter, der Grenzwert liegt bei 0,5 Milligramm pro Liter.

Allerdings, sagt Stölzle, sei die Probe schon am 24. Oktober genommen worden, am Donnerstag sei das Ergebnis im Rathaus eingegangen. Normalerweise dauere die Analyse nur vier Wochen, den Grund der Verzögerung kenne er nicht. „Die Leute haben das Wasser längst getrunken.“

Steigende und zu hohe Nitratwerte sind bundesweit ein Problem – allerdings meist im Grundwasser. Beim Trinkwasser werden laut Bundesumweltamt die Grenzwerte „praktisch flächendeckend“ eingehalten. Dazu mischen die Wasserversorger oft „unbelastetes mit belastetem Rohwasser“, wie es jetzt in Roggenburg passiert. Eine Ursache für zu viel Nitrat im Wasser ist die stickstoffhaltige Düngung in der Landwirtschaft. Das vermutet auch Stölzle als Ursache.

Roggenburg hat drei Brunnen – den zentralen, einen bei Biberach und einen bei Schießen. Die Nitratwerte schwanken seit Jahren zwischen 30 und 50 Milligramm pro Liter, mit der klaren Tendenz nach oben.