Gesundheit Trinkwasser in Weißenhorn weiter abkochen

Das Trinkwasser in Weißenhorn muss über das Wochenende noch abgekocht werden.
Das Trinkwasser in Weißenhorn muss über das Wochenende noch abgekocht werden. © Foto: Patrick Seeger/dpa
Weißenhorn / Carsten Muth 16.11.2018
Die Suche nach der Ursache für die Verunreinigung dauert an. Entwarnung für Verbraucher gibt es laut Behörden frühestens am Montag.

Der Grund für die Verunreinigung des Trinkwassers in Teilen Weißenhorns ist nach wie vor unklar. Deshalb raten Gesundheitsamt und Stadt Verbrauchern, ihr Trinkwasser sicherheitshalber weiterhin abzukochen. Nach Angaben von Andreas Palige, Beauftragter für die Trinkwasserversorgung im Weißenhorner Rathaus, hat die Stadt am Donnerstag und am Freitag erneut Proben genommen – und zwar an fünf Messstellen, darunter am Wasserwerk, am Hochbehälter im Birkenweg und in einer Leitung in der Quellenstraße.

Ergebnisse der Untersuchung voraussichtlich am Montag

Die entnommenen Proben wurden gestern zur Untersuchung an die Landeswasserversorgung in Langenau geschickt. Die Untersuchung dauert in der Regel 48 Stunden. Die Ergebnisse der Tests sollten also am Montag vorliegen. Dann beraten Vertreter von Stadt, Wasserwerk und Gesundheitsamt im Landratsamt in Neu-Ulm über die weitere Vorgehensweise. Andreas Palige hofft, dass die Behörden Anfang der kommenden Woche tatsächlich Entwarnung geben können, die Ursache entdeckt und beseitigt worden ist.

Die Verunsicherung in Weißenhorn und Umgebung ist groß, bestätigt der Sprecher der Stadt auf Nachfrage. Er sagt: „Natürlich sind viele Bürger besorgt“. Sie hätten nach der Bekanntgabe und dem Warnaufruf am vergangenen Donnerstag besorgt im Weißenhorner Rathaus, im örtlichen Wasserwerk und im Landratsamt angerufen, um sich nach dem Stand der Dinge zu erkundigen und sich Ratschläge zu holen.

Wie berichtet, waren Anfang dieser Woche im  Trinkwasserbrunnen in Weißenhorn-Grafertshofen coliforme Bakterien nachgewiesen worden. Es ergab, dass sich 24 coliforme Keime pro 100 Milliliter im Wasser befanden. Der Grenzwert liegt bei null. Eine Verunreinigung des  Trinkwassers im Ort könne nicht ausgeschlossen werden.

Nicht alle Stadtteile von Weißenhorn betroffen

„Von dem Abkochgebot betroffen sind alle Haushalte des Versorgungsnetzes des Wasserwerks Weißenhorn“, teilte das Landratsamt mit. Wichtig: Nicht betroffen sind Biberachzell, Ober- und Unterreichenbach sowie Asch. Da diese laut der Behörde mit Trinkwasser aus einem eigenen Brunnen versorgt werden. Die Weißenhorner Stadtteile Wallenhausen und Oberhausen werden mit  Trinkwasser der Rauher-Berg-Gruppe aus Pfaffenhofen versorgt – sie sind somit ebenfalls nicht betroffen von dem Abkochgebot.

Der Nachweis von coliformen Bakterien könnte nach Angaben von Fachleuten ein Hinweis auf fäkale (durch Stuhlgang) Verunreinigungen sein. „Er stellt keinen eindeutigen Beweis für eine fäkale Verunreinigung dar, ist aber immer ein Hinweis auf einen nicht ordnungsgemäßen Zustand im Versorgungssystem.“

Andreas Palige von der Stadt Weißenhorn und das Landratsamt machen klar: Es besteht kein Grund zur Panik.  „Eine Gefährdung der menschlichen Gesundheit ist bei alleinigem Nachweis von coliformen Bakterien für die Normalbevölkerung in der Regel nicht zu befürchten.“

Für Menschen mit geschwächten Immunsystem könnten die Keime allerdings durchaus zur Gefahr werden.

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Notfallplan in Stiftungsklinik

Sicherheit In der Weißenhorner Stiftungsklinik ist unmittelbar nach Bekanntgabe der Verunreinigung ein Notfallplan angelaufen: Die Duschen wurden gesperrt, Wasser aus der Leitung darf nur noch abgekocht verwendet werden. Für Besucher gilt: Wer etwa gewaschenes Obst mitbringt, muss es mit Flaschenwasser in der Klinik noch mal reinigen. Zudem gilt die Aufforderung, Hände gut zu desinfizieren.

Hinweis Abkochen ist notwendig für: Trinken, Zubereitung von Nahrung, Kaffee-/Teekochen, Waschen von Obst/Gemüse/Salat, Geschirrspülen von Hand, Wassersprudler, Eiswürfelzubereitung, Lösen von Medikamenten, Zähneputzen, Trinkwasserspender an der Wasserleitung sind abzuschalten.

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