Der geplanten Neubau der Hochspannungsleitung bei Senden wird langsam zur unendlichen Geschichten. Vor über einem Jahr bereits, Anfang April 2011, hat die Regierung von Schwaben die neue Trasse nördlich von Ay genehmigt. Der Fußballverein und zwei Bauern, die Elektrosmog und wirtschaftliche Nachteile befürchten, reichten daraufhin Klage ein beim Verwaltungsgerichtshof. Anfang Juli fiel in München das Urteil: Die Leitung darf gebaut werden. Prompt kündigte der Energiekonzern ENBW an, die Pläne bald umsetzen zu wollen. Doch der Fußballverein gibt nicht auf. Und ein Bauer wird zivilrechtlich weiterkämpfen.

Wie zu hören ist, wird FV-Vorstandsmitglied Ulrich Hanser beim Bundesverwaltungsgericht in Leipzig auf eine Revision pochen. Der Verwaltungsgerichtshof hat zwar diesen Rechtsweg nicht zugelassen. Aber dagegen kann der Kläger vorgehen, eine so genannte Beschwerde einlegen. Das Gericht muss dann entscheiden, ob es diesem Ansinnen statt gibt. Wenn nicht, ist die Sache endgültig entschieden. Wenn ja, kommt es zu einer neuen Verhandlung. Bis das klar ist, heißt es erstmal wieder: abwarten.

Auch einer der Landwirte hofft, den Leitungsbau so lange wie möglich verzögern zu können. Er kündigte auf Nachfrage an, seinen für einen Masten benötigten Acker nicht kampflos hergeben zu wollen. Das Grundstück, auf dem heute Weizen wächst, werde durch die Leitung nämlich völlig entwertet. "Deshalb treibe ich das bis zur Enteignung." Und wenn der Staat ihm sein Land dann weggenommen hat, werde er dagegen klagen. Seiner Meinung nach hätte eine Klage auch aufschiebende Wirkung. "Wenn es nach mir geht, bauen die ihre Leitung nicht vor dem Jahr 2030." Den Mann regt es auf, dass die Leitung nur auf Druck eines Sendener Unternehmers vom Ortsrand nach Norden verschoben werde. Der andere Landwirt hingegen sagte, er werfe mangels Erfolgsaussichten das Handtuch. "Es sieht nicht gut aus."

Bei der ENBW hieß es gestern, die Verhandlungen mit den Landwirten seien bereits angelaufen. "Die Gespräche können aber einige Wochen dauern", meinte eine Sprecherin. Parallel dazu habe das Unternehmen die Bauvorbereitungen vorangetrieben. "Nicht mehr, und nicht weniger."