Attenhofen ist kein Dorf der Nörgler und Querulanten.“ Das sagte Vize-Bürgermeister Ernst-Peter Keller in der jüngsten Sitzung des Bau- und Werksausschusses. Die zuletzt in der Öffentlichkeit sehr emotional geführte Diskussion um den geplanten Bau eines Tiny Houses in dem Weißenhorner Ortsteil habe ein schlechtes Bild des Dorfes vermittelt und müsse wieder einen sachlichen Charakter erhalten. In Attenhofen seien Neubürger sehr willkommen, sagte Keller. „Wir haben viele Bürger, die das soziale Gemeinwohl pflegen, Attenhofen ist da ein Vorzeigeort.“ Viele Neuzugezogene würden sich in der Dorfgemeinschaft einbringen und seien gut integriert. „Es ist ein Dorf des guten Miteinanders.“

Tiny House in Attenhofen: 43 Anwohner dagegen

43 Anwohner des geplanten Tiny Houses hatten wie berichtet der Stadtverwaltung und dem Landratsamt eine Unterschriftenliste übergeben, mit der sie gegen den geplanten Bau des kleinen, auf einem Anhänger montierten Hauses protestierten. Vor allem wehrten sie sich gegen das geplante Pultdach, da im Bebauungsplan lediglich ein Satteldach vorgesehen ist. Der Bauausschuss hatte dafür eine Befreiung erteilt. Nach einem Vor-Ort-Termin mit Bürgermeister Wolfgang Fendt wurde den Bauherren Ende August der Vorschlag unterbreitet, ein Satteldach zu bauen. Bisher hätten sich diese laut Keller aber noch nicht dazu geäußert.

Ein Tiny House sei etwas Neues, das ökologisch und für junge Leute bezahlbar sei. „So ein Projekt kann man sich bei uns durchaus vorstellen“, sagte Keller. Es sei nicht für die Ewigkeit, die Bauherren hätten lediglich einen Pachtvertrag. Dass alte Bebauungspläne für ein solches Projekt nicht passten, liege in der Natur der Sache.

Gute Nachbarschaft im Vordergrund

In Weißenhorn sei es immer ein wichtiger Aspekt, dass die Nachbarschaft mit Bauprojekten einverstanden sei, es gebe keinen Grund, einen Streit vom Zaun zu brechen. Keller plädierte dafür, Augenmaß zu wahren und den eingeschlagenen Weg nicht weiterzugehen. „Wir prüfen alles sachlich, mäßigen uns und stellen die gute Nachbarschaft in den Vordergrund.“

Tiny-House-Gegner: „Wir sind keine Unmenschen“

Peter Kwittung, Sprecher der Nachbarn des Tiny Houses, machte nach der Sitzung gegenüber den Pressevertretern deutlich, dass der Protest keine Kritik an dem Pärchen darstelle, das das Minihaus bauen möchte. „Wir sind keine Unmenschen, die Leute sind herzlich willkommen.“ Es sei den Anrainern aber wichtig, dass ihr Standpunkt respektiert würde. „Wir alle 43 Anwohner mussten nach dem Bebauungsplan bauen, darum erwarten wir das auch hier. Es gibt einen Bebauungsplan, Recht und Gesetz, und das wollen wir durchsetzen.“ Aktuell liegt der Bauantrag beim Landratsamt. Kwittung: „Wenn das Landratsamt positiv entschieden hat, werde ich Rechtsmittel einlegen.“

Das könnte dich auch interessieren: