Humor Tiefschwarzer Blick aufs Pfaffenhofener Dorfleben

Norbert Riggenmann als Sherlock und seine schräge Ermittler-Crew verfolgten zahlreiche Spuren.
Norbert Riggenmann als Sherlock und seine schräge Ermittler-Crew verfolgten zahlreiche Spuren. © Foto: Thomas Vogel
Pfaffenhofen / Thomas Vogel 13.02.2018

Die Gemeinde Pfaffenhofen und ihre „Mitten“. Mit der „neuen Mitte“ wird gerne noch etwas gefremdelt, die „alte Mitte“, so singen die „Rohspatzen“, ist eben noch „tief in dir drin“. Gemeint ist natürlich die Taverne, die in sentimentaler Erinnerung weiter lebt, zu der den Lästerern dann aber vornehmlich „mumifizierte Bratwürscht“ einfallen. Einmal im Jahr wird beim „Bunten Abend“ des Gesangvereins Liederkranz das Marktgeschehen durch den Kakao gezogen. Geschont wird dabei auch Volkes Stimme nicht, vor allem, wenn es sich um Marktfestabsager oder Umgehungsstraßengegner handelt.

„Ogspitzt in da Boda“ betitelten sie ihre Nummernrevue, die mit einem hammerharten Film begann und dann in eine Ermittlung in Echtzeit überging. Da lag tatsächlich im Saal der Verdacht eines Kapitalverbrechens in der Luft, unübersehbar. Von den Gemeuchelten ragten noch die Beine in die Höhe, der Rest steckte im Bühnenuntergrund. Tatort: Martinus-Gemeindehaus.

Absurder Bankraub

Norbert Riggenmann als Sherlock, Alfred Winkelhofer als Pater Braun und ihre schräge Ermittler-Crew verfolgten zahlreiche Spuren, folgten der in einer Orgelpfeife entdeckten Katze, kosteten vom Mageninhalt, gaben den Beurenern wegen ihres Hangs zur „wöchentlichen“ Gründung von Fußballmannschaften noch ein paar mit.

Der Abend war immer wieder durchzogen von schwarzem Humor. Das begann schon mit dem Männerchor als „Men in Black“, die den Kriminaltango tanzten. Sie führte zum absurdesten Bank­raub des Jahres.

Und gleich danach zu James Bond aufs Filmset, wo der geschüttelte Martini und der plötzliche Tod ebenso nahe beieinander lagen wie danach die lustige Tragik bei den fidelen Treffen diverser Witwen und Witwern, auf denen gerne gelästert wurde.

Die vier „Entsorgerinnen“ färbten die Humorskala wieder tiefschwarz. Eine Mitsing-Viertelstunde bescherten Matthias Braun als Richter und Manfred Reistle als der stumme Angeklagte. Die „Tatortreiniger“ erbrachten den Beweis, dass sich auch Abfluss-Stöpsel in einem musikalisch-choreografischen Sinne einsetzen lassen.

Drei Mal war dieser „Bunte Abend“ ausverkauft. Moderiert von „Pfarrer“ Alfred Winkelhofer und Simone Spreng als „rasende Lokalreporterin“ bot er über drei Stunden Kurzweil und  nicht zuletzt zahlreiche Lokalspitzen, welche seine große Popularität begründen.

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