Illertissen Therapie für Bedürftige

Piero Banti hilft ehrenamtlich kranken Menschen.
Piero Banti hilft ehrenamtlich kranken Menschen. © Foto: Bianca Frieß
Bianca Frieß 28.12.2017
Er bietet erste Behandlungen an, außerdem leitet er spezielle Trainingskurse: Dr. Piero Banti und sein Verein wollen die medizinische Versorgung im Illertal stärken.

Eigentlich ist Dr. Piero Banti seit zwei Jahren in Rente. Trotzdem behandelt der ehemalige Chefarzt am Illertisser Klinikum noch jeden Tag Patienten – ehrenamtlich: Er renkt ein, kümmert sich um die erste Therapie bei Schmerzpatienten und hilft den Menschen, zeitnah einen Termin bei einem Facharzt zu bekommen. „Auf ein MRT wartet man sonst ja sechs Wochen“, sagt der 67-Jährige.

Banti ist Vorsitzender des „Fördervereins Gesundheitspflege Illertal“, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Gesundheitsversorgung in der Region zu stärken. Besonders für Menschen, die nicht viel Geld für teure Medikamente und für Behandlungen haben. Für die Therapie im Verein müssen sie nichts bezahlen, alles wird aus Spenden finanziert. Den Vereinssitz in Illertissen stellt die Josef-Kränzle-Stiftung zur Verfügung.

Verschiedene Kurse

Für Piero Banti ist der Gesundheitspflege-Verein inzwischen zu einem Full-Time-Job geworden. Nachmittags, nach seinen Behandlungen, bietet er Trainingskurse an. In einem Raum sammeln sich Laufbänder, es gibt Fahrräder für Rückenschmerz-Patienten und Vibrationsmaschinen für Menschen mit Osteoporose. „Hier kommen Menschen her, die krank sind“, betont der Vorsitzende. „Deshalb muss auch immer ich als Arzt dabei sein.“

Es gibt zum Beispiel eine Osteoporose- und eine Koronar-Gruppe, Menschen mit Muskelerkrankungen trainieren ihre Muskulatur. Inzwischen finden dort jeden Tag Kurse statt. „Die Nachfrage ist groß“, erzählt Banti. Rund 30 Menschen kommen regelmäßig zum Training, immer in kleinen Gruppen. Außerdem gibt es beim Verein auch Wiederbelebungskurse, Teilnehmer lernen hier etwa den richtigen Umgang mit einem Defibrillator.

Banti ist der einzige Arzt, der sich im Verein engagiert. „Wenn ich mal nicht mehr da bin“, sagt er, bricht den Satz dann aber wieder ab. „Wir brauchen hier Menschen, die medizinische Vorkenntnisse haben – nur so bleibt der Verein lebendig.“

Info Die Rubrik „Moment mal“ einmal anders: In unserer Reihe „Echt gut“ stellen wir in den nächsten Ausgaben zum Jahreswechsel Menschen vor, die in der Region etwas bewegen.