Es ist beschlossene Sache. Das sogenannte Villenviertel im Ahornweg in Weißenhorn soll demnächst Zuwachs erhalten. So wollen es Verwaltung und Stadträte. Erste Erschließungsarbeiten in dem Bereich sind bereits erfolgt. Doch es gibt nach wie vor Widerstand gegen das Vorhaben. Demnach liegen dem Verwaltungsgerichtshof München drei so genannte Normenkontrollklagen vor, die sich jeweils gegen den von der Stadt aufgestellten Bebauungsplan richten. Wann das Gericht seine Prüfungen abgeschlossen hat und über die Klagen befindet, ist nicht bekannt. Dies kann noch eine Weile dauern, heißt es.

Die Pläne sehen, wie mehrfach berichtet, eine Nachverdichtung auf dem Areal und den Bau von sechs Einfamilienhäusern als „optisch miteinander verbundene Kettenhäuser“ vor. Anstatt ursprünglich geplanter fünf weiterer Einfamilienhäuser sollen lediglich drei errichtet, die Bebauung den Planern zufolge damit deutlich lockerer und offener werden. Investor ist der Ulmer Immobilien-Unternehmer Munk.

Verkehrsprobleme befürchtet

Die Anwohner befürchten unter anderem Verkehrs- und Parkprobleme, einige halten die Nachverdichtung an der Stelle schlicht für zu massiv. Klage eingereicht hat unter anderem der Tennisclub Weißenhorn, wie dessen Vorsitzender Holger Weber auf Anfrage unserer Zeitung bestätigt.

Das Areal des Vereins befindet sich direkt neben dem vorgesehenen Baugebiet. Die Tennisspieler befürchten Konflikte mit künftigen Nachbarn um etwaige Lärmbelastungen durch den Spielbetrieb auf den Plätzen des Clubs. „Wir sind nicht grundsätzlich gegen die Bebauung. So hatten wir dies auch in diversen Schreiben an Herrn Bürgermeister Fendt sowie an die Mitglieder des Stadtrates formuliert“, sagt TC-Chef Weber: „Zu dieser Aussage stehen wir.“

Die Lärmproblematik aber sei noch nicht zufriedenstellend gelöst. Im Gegenteil. Für Weber gibt es vielmehr „einen erheblichen Immissionskonflikt zwischen dem bestehenden Tennisgelände und der geplanten Wohnbebauung“. Der Tennisclub fordert deshalb die Verwaltung auf, geeignete Maßnahmen zu ergreifen, den Bau einer Lärmschutzwand etwa. „Da gibt es heutzutage ja auch moderne transparente Lösungen – aus Glas zu Beispiel“, sagt der TC-Vorsitzende.

„Bedenken berücksichtigt“

Der Weißenhorner Bürgermeister Wolfgang Fendt reagiert gelassen auf Klagen und Kritik. Schließlich seien Stadtverwaltung und ausführende Planer den Anwohnern, also auch dem Tennisclub, in dem Bebauungsplan-Prozess deutlich entgegengekommen, haben Bedenken nicht nur berücksichtigt, sondern Anregungen aufgenommen und die Pläne dementsprechend angepasst. Fendt weist konkret darauf hin, dass die ursprünglichen Pläne abgespeckt wurden. Zudem darf der Investor jene Grundstücke, die an die Tennisplätze grenzen, nur verkaufen, wenn sich der Käufer vertraglich dazu verpflichtet hat, den Spielbetrieb zu akzeptieren und nicht dagegen vorzugehen.

Das ist schön und gut, sagen die Kläger. Sie sagen aber auch: Entsprechende Eintragungen ins Grundbuch reichen leider nicht aus. Weil die mit der Eintragung einhergehende Akzeptanz-Pflicht nur für Grundstücksbesitzer, nicht aber für etwaige Mieter gilt. Diese dürften sehr wohl Klage wegen Lärmbelastungen erheben.

„Maßvolle Nachverdichtung“

Bürgermeister Fendt spricht von einer „maßvollen Nachverdichtung im Ortskern“. Unterstützung erhält er aus dem Stadtrat, unter anderem von SPD-Fraktionssprecher Herbert Richter, der die beschlossenen Pläne in dem Gremium als „vertretbare Lösung“ bezeichnet.

Die Stadt benötige neuen Wohnraum. Sie sei gleichzeitig angehalten, sorg- und sparsam mit ihren Flächen umzugehen, sagt Fendt. Diese Vorgaben hätten die Planer im Ahornweg eingehalten. „Auch wenn ich weiß, dass nicht alle Anwohner mit allen Punkten zufrieden sind“, wie der Rathauschef bereits kurz nach der Billigung des Bebauungsplans im Stadtrat eingeräumt hat.

Gutachter haben keine schalltechnischen Bedenken


Beschluss 2014 wurden erstmals Pläne für die Bebauung des in Weißenhorn als Villenviertel bekannten Areals am Ahornweg bekannt. Nach mehrjähriger Debatte stellten die Mitglieder des städtischen Bauausschusses Anfang 2017 schließlich den Bebauungsplan für den Bereich zwischen der Mozartstraße im Norden, der Hagenthaler Straße im Süden, dem Ahornweg im Osten sowie den Tennisanlagen des TC Weißenhorn im Westen auf.

Gutachten Umweltingenieure kommen in ihrem Gutachten zu dem Ergebnis, dass sich „keine Nachteile für die Tennisanlagen“ ergeben. Aus schalltechnischer Sicht bestünden aus diesem Grund keine Bedenken.