Kreis Neu-Ulm Tag der offenen Gartentüre im Kreis Neu-Ulm

Kaffee und Kuchen umgeben von Petunien gab es und Generationen vereint im Naturgarten - beim Tag der offenen Gartentür. Fotos: Matthias Sauter
Kaffee und Kuchen umgeben von Petunien gab es und Generationen vereint im Naturgarten - beim Tag der offenen Gartentür. Fotos: Matthias Sauter
Kreis Neu-Ulm / MATTHIAS SAUTER 01.07.2013
Mal in andere Gärten reinschnuppern. Das konnte man am Sonntag beim Tag der offenen Gartentür im Landkreis Neu-Ulm. Mehrere tausend Besucher sahen sich in privaten und öffentlichen Gärten um.

Im Naturgarten von Karin und Ludwig Rahn in Obenhausen blüht es an allen Ecken und Enden. Funkien, Taglilien, Pfingstrosen und Hortensien machen die 600 Quadratmeter große Anlage bei der alten Sägerei zu einem Paradies für alle Gartenliebhaber. Bei einem Rundgang durch den Garten gibt es aber noch viel mehr zu entdecken als Stauden und Blumen. Ein kleiner Teich mit zahlreichen Gewächsen wie Farn oder Seerosen lädt zum Verweilen ein. Wer auf der Suche nach einem schattigen Plätzchen ist, der ist unter dem alten Apfelbaum richtig.

"Der Garten ist sehr fantasievoll gestaltet. Die Kombination aus Sträuchern und Obstbäumen finde ich gelungen", sagt Marianne Berlinghof aus Eppishausen bei Kirchheim. Sie ist eine von rund 2000 Besuchern, die beim Tag der offenen Gartentür das Gelände der Familie Rahn erkunden. Besonders die lauschigen Sitzecken gefallen der Besucherin, die zum ersten Mal bei der Veranstaltung im Kreis Neu-Ulm unterwegs ist. Über das Lob von Berlinghof und vielen anderen Gartenfreunden freut sich Karin Rahn. Seit 18 Jahren ist die Gartengestaltung ihr größtes Hobby. "Schon als Kind bin ich durch meinen Vater vom Gartenvirus infiziert worden", erinnert sie sich. Mit viel Leidenschaft begann sie den einst verwilderten Naturgarten zu kultivieren und jedes Jahr neue Ideen zu verwirklichen. Besonders im Frühjahr und im Herbst ist Rahn jeden Tag im Grünen beschäftigt.

"Ich mache das, um nach meiner beruflichen Tätigkeit den Kopf frei zu bekommen und zu entspannen", sagt sie. Eine wichtige Rolle bei ihrer Arbeit spiele der ökologische Grundgedanke, der durch die große Pflanzenvielfalt verwirklicht werden solle. Nach wie vor kann sie auf die Mithilfe ihres Vaters zählen, der sie mit 75 Jahren tatkräftig beim Anpflanzen, Rasenmähen und Unkrautjäten unterstützt. "Gerade vor dieser Veranstaltung gab es jede Menge zu tun, und ich war froh, dass nicht alles an mir alleine hängen blieb."

Eine üppige Petunienpracht zeichnet den Garten von Maritta von Perbandt in Tiefenbach aus. Beim Tag der offenen Gartentür gewährt sie zum zweiten Mal Einblick in die nahezu 1000 Quadratmeter große Grünfläche. "Die Petunien sind sehr pflegeleicht und haben eine reichliche Blütenfülle", beschreibt von Perbandt die Nachtschattengewächse. Die ehemalige Handarbeits- und Hauswirtschaftslehrerin verwendet zahlreiche Kübel und Kästen, um die Blumen möglichst facettenreich zur Geltung zu bringen.

"90 Prozent meiner Gewächse im Garten sind Petunien. Der Rest besteht aus Rosen und Kräutern", erläutert von Perbandt. Seit 20 Jahren verbringt die Tiefenbacherin von März bis November fast jeden Tag im Garten, oft sechs bis acht Stunden. Probleme bereiteten ihr in diesem Jahr der lange Frost und die vielen Regenschauer. "Das mögen meine Petunien überhaupt nicht. Gott sei Dank sind sie rechtzeitig zum heutigen Tag noch zum Blühen gekommen." Neu im Garten sind seit diesem Frühjahr Windspiele und Spatzen aus Ton, die Bellenberger Grundschüler geformt haben.

Mit einer Tasse Kaffee und einem Stück Kuchen sitzen zahlreiche Besucher inmitten der Petunien und genießen den Ausblick auf die Blumen. "Hier lässt es sich aushalten", sagt Heidi Mack aus Ulm. Zusammen mit ihrem Mann und Bekannten ist sie zur Gartenbesichtigung in den Kreis Neu-Ulm aufgebrochen. "Großes Lob an alle Gärtner, die sehr viel Zeit und Liebe in die Vorbereitung auf den heutigen Tag investiert haben."

Beim Tag der offenen Gartentür öffneten auch Waltraud und Norbert Burkhart aus Buch ihren Garten, der sich unter anderem durch einen alten Obstbaumbestand sowie viele Laub- und Nadelbäume auszeichnet. Viele Besucher zog ferner der Kreismustergarten in Weißenhorn an, wo Führungen stattfanden. Zum Auftakt der Veranstaltung gab es bereits am Samstagabend in der Staudengärtnerei Gaissmayer in Illertissen ein Sommerfest.

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