Antrag Tablets für alle Sendener Stadträte?

Tablets für Stadträte?
Tablets für Stadträte? © Foto: dpa
Senden / nid 07.06.2017
Die Verwaltung in Senden soll prüfen, ob die Sitzungsunterlagen für die Stadträte demnächst online verschickt werden.

„Das, was man braucht, hat man eh nicht dabei“: So lautete im Sendener Hauptausschuss ein Argument von Claudia Schäfer-Rudolf, CSU, für die Einführung eines digitalen Ratpost-Systems. Anlass dafür war unter anderem der von der Verwaltung an jeden Stadtrat überreichte, mehrere hunderte Seiten dicke Straßenzustandsbericht. Kopierkosten: 2000 Euro. Das müsse doch nicht sein. Es reiche doch als Datei in digitaler Form, war die vorherrschende Meinung.

Die CSU stellte den Antrag, dass die Verwaltung prüfen soll, ob „das Papierzeitalter“ beendet werden – und ob jeder Stadtrat ein Tablet erhalten könnte. Natürlich nicht, ohne anzumerken, dass Ratsmitglieder auf Wunsch alle Unterlagen weiterhin gedruckt erhalten sollen. Schäfer-Rudolf: „Wir wollen niemandem etwas überstülpen.“

Entlastung für Verwaltung

Für den Auftrag, den digitalen Weg zu prüfen, waren am Ende der Debatte alle Stadträte. Der Zweite Bürgermeister Josef Ölberger meinte, wenn eine deutliche Mehrheit mitmachte, wäre das „eine erhebliche Entlastung für die Stadtverwaltung“. Allerdings wurden viele Bedenken und Wünsche geäußert. Das digitale System müsse natürlich höchstmögliche Datensicherheit gewährleisten, mahnte unter anderem Schäfer-Rudolf an. Wichtig wäre eine Suchfunktion und die Möglichkeit, Anmerkungen zu machen, sagte Maren Bachmann, SPD. Theodor Walder wünschte sich eine Verknüpfung mit einer digitalen Geodatenbank.

Kämmerer Manuel Haas, als ehemaliger Datenschutzbeauftragter vertraut mit der Materie, ergänzte: Es müsse geklärt werden, ob die Tablets auch privat genutzt werden dürfen. Und man müsse geeignete Software-Anbieter finden. Zudem sei die Kostenfrage zu klären. Bis das System stehe, werde sicherlich ein halbes Jahr vergehen.