Weißenhorn Supermarkt-Pläne: Entscheid rückt näher

CARSTEN MUTH 17.03.2012
1398 von 1600 Unterschriften sind gültig: Einem Bürgerentscheid über die Weißenhorner Supermarkt-Pläne dürfte damit nichts mehr im Weg stehen.

Die Gegner der umstrittenen Supermarkt-Pläne in Weißenhorn sind ihrem Ziel - einem Bürgerentscheid - einen entscheidenden Schritt näher gekommen. 1600 Unterschriften haben sie gegen das Bauvorhaben auf der Festwiese gesammelt. Vor einer Woche wurden die alles in allem 372 Listen mit den Unterschriften, wie berichtet, im Rathaus abgegeben. Dort sind sie inzwischen geprüft worden. Ergebnis: 1398 Unterschriften sind gültig, das sind 13,7 Prozent der Wahlberechtigten in Weißenhorn. Das wiederum heißt: Die erforderliche Anzahl für einen Bürgerentscheid ist erreicht, wie die Verwaltung gestern mitteilte.

Über die Zulässigkeit der Unterschriftenaktion und damit des angestrebten Entscheids wird nun der Stadtrat befinden - und zwar in einer Sondersitzung am Montag, 2. April. Es gilt als wahrscheinlich, dass die Räte den Weg frei machen und einen Termin festlegen. Binnen drei Monaten muss der Bürgerentscheid stattfinden. So will es die bayerische Gemeindeordnung. Alle 10 000 wahlberechtigten Weißenhorner sind dann dazu aufgerufen, über das Bauvorhaben auf der Festwiese an der Reichenbacher und Oberhauser Straße abzustimmen.

Wie berichtet, will ein Investor aus Weißenhorn am westlichen Ende der Festwiese in der Innenstadt zwei neue Supermärkte bauen lassen. Aldi und Feneberg haben offenbar Interesse bekundet. Der Stadtrat hat sich nach intensiven Debatten mehrheitlich für die Realisierung des Vorhabens ausgesprochen. Die Anwohner kritisieren das Vorhaben hingegen scharf. Sie befürchten mehr Lärm, Gestank und ein Verkehrschaos rund um die Festwiese, sollten die Supermärkte dort einmal gebaut sein.

Die Supermarkt-Befürworter können mit dieser Argumentation wenig anfangen. Sie berufen sich unter anderem auf ein von der Stadt in Auftrag gegebenes Gutachten. Dieses belege, dass der Verkehr auch nach dem Bau der Märkte gut fließen werde, die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer durchaus gewährleistet sei. Überdies verbesserten neue Märkte auf der Festwiese die Versorgung der Bewohner im Osten der Stadt Weißenhorn. Der Standort Festwiese ist für die Befürworter deshalb nahezu ideal.