Welche Themen sind anhand der vorhandenen Objekte denkbar? Welche Ausstellungsflächen werden benötigt? Welche Gebäude kommen in Frage? Wie hoch wären die Investitions- und die laufenden Kosten? Wie könnte eine Finanzierung aussehen? Fragen über Fragen, die zu klären sind, bevor ein Klostermuseum in Oberelchingen eingerichtet wird.

Um diese Fragen zu beantworten, hat der Gemeinderat am Montagabend einstimmig beschlossen, Angebote für eine Machbarkeitsstudie einzuholen. So hatte es die Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern empfohlen, die für das Gutachten einen Zuschuss in Höhe von 10 000 Euro gewährt. Insgesamt könnten die Kosten für die Studie 25 000 Euro betragen.

 Als Standorte für ein Museum kommen prinzipiell das Pfarrhaus auf dem Klostergelände und das Antoniusheim in Frage.  Beide hält Pfarrer Ralf Gührer aber wegen der Bausubstanz und dem Zuschnitt für nicht geeignet. Ferner ist das Grundschulgebäude im Gespräch. Dies könnte frei werden, wenn die Grundschüler in den nächsten Jahren in die Mittelschule, die saniert werden soll, umziehen.

Das Landratsamt geht davon aus, dass ein "vollwertiges Museum" gut 720 000 Euro kosten wird. Alternativ könne die Gemeinde über ein "Schaudepot" mit kleineren Ausstellungsflächen und wechselnden Schauen nachdenken. Laut Bürgermeister Eisenkolb wurde die Gemeinde auch als Mitbewerber für ein überregionales Info-Zentrum im Rahmen des Naturschutzprojektes "Chance Natur" aufgenommen. Maßnahmen der ländlichen Entwicklung fördern Bundes- und Landeslandwirtschaftsministerium in dem Zusammenhang mit 30 bis 70 Prozent. Insofern könne "ein gemeinsames Projekt Infozentrum/Klostermuseum" geprüft werden.

Eisenkolbs Ansicht nach ist es Sinn und Zweck der Machbarkeitsstudie, zu zeigen, "was man tun muss, damit das Museum überregional bedeutsam ist". Denn landauf, landab gebe es viele schöne Museen. Deren Bedeutung jedoch gehe oft nicht über die Gemeinde hinaus.

Johann Gröger (Freie Wähler) begrüßte den "Prozess, die Klostergeschichte neu aufzuarbeiten". Dabei mitzuwirken bezeichnete er als "Pflichtaufgabe der Gemeinde". Jedoch müsse auch der Landkreis Flagge zeigen - so wie dieser es auch beim Klostermuseum in Roggenburg getan habe.

Auch die CSU-Fraktion ist "angetan" von der Idee eines Museums. "Die Exponate sind eine Augenweide", sagte Karl Mayer. Eine Machbarkeitsstudie bezeichnete er als unumgänglich. Wie auch sein Vorredner Gröger wies Mayer jedoch daraufhin, dass das Gebäude der Grundschule nicht ohne weiteres eingeplant werden könne. Der Grund: Wie es mit der Mittelschule weitergeht, sei derzeit offen.

Wie stark sich der Verein "Donautal aktiv" einbringen werde, wenn ein gemeinsames Info-Zentrum kommen sollte, wollte Gerold Bosler (CSU) wissen. An dem Museum selbst werde sich "Donautal aktiv" nicht beteiligen, stellte Eisenkolb klar. Es gehe lediglich darum, sich ein Gebäude zu teilen. Für solch eine Entscheidung brauche die Organisation allerdings Aussagen darüber, wie erfolgreich ein Klostermuseum sein könnte. Diese soll die Machbarkeitsstudie liefern.

Laut Karin Batke (UFWG) hat sich die Gemeinde in Sachen Klostermuseum "bisher nur im Kreis gedreht". Diesen zu durchbrechen sei das Ziel der Studie. "Wie wir uns letztlich entscheiden, steht aber auf einem anderen Papier."

Manfred Bittner (Eule) freute der "enorme Zuspruch" des Gemeinderats für den Verein "Freunde des Klostermuseums", dem Bittner selbst angehört. Doch auch die Bedenken seien nachvollziehbar: "Dass der Gemeinderat die Fallstricke eines solchen Projekts sieht, ist doch ganz klar." Wichtig sei es in jedem Fall, die Bevölkerung zu informieren. "Das erhöht die Akzeptanz und die Spendenbereitschaft."

Auch die Dorfgemeinschaft Oberelchingen begrüßte die Studie. Allerdings schlug Ludwig Flitsch vor, auch die Klosterbräustuben als potenziellen Standort ins Auge zu fassen. "Es gibt einige Gebäudeteile, die nicht genutzt werden." Eine Idee, die der Bürgermeister skeptisch sieht. Das Gebäude gehöre der Brauerei Riegele. "Darüber haben wir keine Verfügungsgewalt."

Das Klostermuseum und seine Schätze