Energie Stromverkauf neu aufstellen oder nicht?

Kreis Neu-Ulm / Niko Dirner 06.07.2018

Zu komplex, zu riskant? Oder Einnahmequelle und Beitrag zur Energiewende? Die einen meinten so, die anderen so, als im Kreis-Werkausschuss die Machbarkeitsstudie für ein „Virtuelles Kommunalwerk“ präsentiert wurde. Dabei geht es darum, den im Kreis erzeugten Strom – der hauptsächlich im und über Solarzellen auch auf dem Müllkraftwerk Weißenhorn entsteht – zu bündeln. 46 Gigawattstunden werden pro Jahr produziert. Was nach dem Eigenverbrauch übrig ist, 27 Gigawattstunden, soll gewinnbringend vermarktet werden. Was auch heute schon passiert, Kunde sind die SWU, allerdings mit niedrigeren Erlösen.

Drei Risiken benannten Heike Viole und Benjamin Hufnagel von der Kanzlei Rödl&Partner: Der vorgesehene Direktvermarkter könnte insolvent gehen. Der erzielte Strompreis könnte niedriger sein als kalkuliert. Wird weniger produziert, als angemeldet, muss nachgelegt werden. Für CSU und Grüne war klar: Das Projekt soll beerdigt werden. Zumal statt des einst berechneten jährlichen Gewinns von 315 000 Euro nur noch von 60 000 Euro ausgegangen wird. Und dieser Betrag würde sich halbieren, weil das Landratsamt eine Verwaltungskraft anstellen muss.

Ihm würde eine „schwarze Null“ reichen, erwiderte Herbert Richter (SPD). Er sehe das Kommunalwerk als Schritt hin zur Regionalisierung der Energieversorgung. Jürgen Bischof (FWG) befand, alle Risiken seien „überschaubar“. Beerdigt wurde nichts, vielmehr wird die Studie nun mit den Kommunen besprochen.

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