Weißenhorn Streit um mangelhaften Umbau - Gutachter untersucht Memminger Straße

Blick in die umgebaute Memminger Straße. Anwohner haben unmittelbar nach Beendigung der Arbeiten Kritik an der Umbau-Qualität geübt. Bemängelt wurden etwa die zu breiten Fugen. Alles andere als zufrieden ist auch die Stadt mit dem Ergebnis der Neugestaltung. Nun soll ein Gutachter die Mängel bestätigen. Foto: Patrick Fauß
Blick in die umgebaute Memminger Straße. Anwohner haben unmittelbar nach Beendigung der Arbeiten Kritik an der Umbau-Qualität geübt. Bemängelt wurden etwa die zu breiten Fugen. Alles andere als zufrieden ist auch die Stadt mit dem Ergebnis der Neugestaltung. Nun soll ein Gutachter die Mängel bestätigen. Foto: Patrick Fauß
Weißenhorn / CARSTEN MUTH 02.08.2013
Die Stadt Weißenhorn will den mangelhaften Umbau der Memminger Straße nicht akzeptieren. Der Streit mit der Baufirma ist nun ein Fall für die Justiz. Nächste Woche schaut sich ein Gutachter den Pflasterbelag an.

Fugen sind zu breit, Pflastersteine kaputt. Der Umbau der Memminger Straße sorgt noch immer für Gesprächsstoff in Weißenhorn. Nun soll ein gerichtlich bestellter Gutachter die Mängel bestätigen. In der kommenden Woche wird der Experte zu Gesprächen mit der Verwaltung in der Fuggerstadt erwartet und sich das Ergebnis der Neugestaltung anschauen. Das berichtete Bürgermeister Wolfgang Fendt jüngst im Bauausschuss.

Gut zwei Millionen Euro hat der Umbau gekostet. Die Bauzeit betrug rund sechs Monate. Die Neugestaltung der Einkaufsstraße gilt neben dem ebenfalls millionenschweren Umbau des Hauptplatzes und der Sanierung der beiden Schlösser als zentraler Baustein der Innenstadtsanierung. Ende Juni 2012 feierten Stadt, Anwohner und Geschäftsleute die Fertigstellung der Straße. Es gab ein großes Straßenfest, die Kritik an der Ausfertigung verstummte in der Folge nicht.

Klar ist: Die Stadt will nicht die Verantwortung für den mangelhaften Umbau übernehmen, die Frage nun in einem so genannten Beweissicherungsverfahren juristisch klären lassen. Seit Monaten lassen sich die Weißenhorner in der Angelegenheit anwaltlich vertreten. Von einer Vielzahl an Mängeln hatte Stadtbaumeister Burkhard Günther bereits im vergangenen November gesprochen. Die Stadt verweigerte die Abnahme der Arbeiten - und stellte die Zahlungen an die ausführende Firma kurzerhand ein.

Klar ist auch: Die Stadt wird laut Bürgermeister Fendt vor einer Klage nicht zurückschrecken. Zwar hofft der Rathauschef nach wie vor auf eine gütliche Einigung. Sollte jedoch ein Gericht, wie von der Verwaltung erwartet, die Mängel bestätigen und es dennoch zu keiner Einigung mit der Baufirma kommen, bleibe der Stadt nichts anderes übrig - dann müsse man eben klagen, heißt es im Rathaus.

Mitarbeiter einer Materialprüfungsanstalt haben einige der beim Umbau verwendeten Pflastersteine untersucht. Das Ergebnis dieser Prüfung deutet darauf hin, dass die Kritik der Stadt berechtigt ist: Ein großer Teil der Steine entspreche "nicht den geforderten Anforderungen gemäß Ausschreibung beziehungsweise Din-Vorschriften", heißt es in einem Schreiben an die Weißenhorner Stadtverwaltung.

Das ausführende Bauunternehmen aus dem Landkreis Günzburg kann die Aufregung nicht verstehen. Der Betrieb hat die Vorwürfe bislang zurückgewiesen und betont: Die Qualität der Arbeiten ist in Ordnung, die der Steine auch.

Das sieht der Weißenhorner Stadtbaumeister Burkhard Günther, der sich unmittelbar nach der Fertigstellung der Straße noch vorsichtig geäußert hatte, inzwischen anders: Das Ergebnis der Pflasterarbeiten ist für Günther inakzeptabel. Er betont: "30 Jahre lang sind wir schon mit der Altstadt-Sanierung beschäftigt. So ein Problem hatten wir noch nie."

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