Weißenhorn Sternsinger sammeln auch bei Regen und Kälte

Weißenhorn / CHRISTA KANAND 07.01.2012
Singen, segnen, sammeln. Durchgefroren, aber fröhlich trafen sich Weißenhorner Sternsinger gestern zum Mittagessen im Christophorus-Haus.

Für Sara, Tim, Lorenz, Juliane und Maxi aus Grafertshofen sowie Nicole und Leonie aus Emershofen hatte das Sternsingen mit einem Highlight begonnen: Zusammen mit Michael Kinzl, dem Diakon der Weißenhorner Stadtpfarrei Mariä Himmelfahrt, und Patricia Lange, die mit Martina Hettner das Weißenhorner Sternsingen organisierten, nahmen sie an der Auftaktveranstaltung der Sternsinger-Aktion in Bayerisch Schwaben teil. Fast 800 Kinder und Jugendliche waren am 29. Dezember nach Günzburg gekommen. Der zwölfjährige Tim ist immer noch beeindruckt: "So viele bunte Könige. Es war ein tolles Erlebnis."

Mehr als 60 Kinder, meist Ministranten, waren dann um Dreikönig in Weißenhorn und Ortsteilen unterwegs. Sie zählten zu deutschlandweit 500 000 Sternsingern. Als königliche Weise aus dem Morgenland verkleidet, zogen sie mit Sternträgern von Haus zu Haus. Bei Menschen, die sie einließen, sangen sie oder sagten Verse auf, sprachen den traditionellen Sternsinger-Segen "Christus mansionem benedictat" (Christus segne dieses Haus) und schrieben mit geweihter Kreide "20+C+M+B+12" an die Türen. Danach baten sie um Spenden. Freundliche Geber beschenkten die Sternsinger auch mit Süßigkeiten.

Seit dem Start 1959 hat sich das Sternsingen zur weltweit größten Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder entwickelt. Im vergangenen Jahr wurden allein in Weißenhorn etwa 7600 Euro für Kinder in der Dritten Welt gesammelt. Die diesjährige Aktion stand unter dem Titel. "Klopft an Türen, pocht auf Rechte!". Träger der bundesweiten Aktion sind das Kindermissionswerk "Die Sternsinger" und der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ).

Die Spenden, die die Weißenhorner Sternsinger gesammelt haben, fließen nun zunächst an das Kindermissionswerk. Von dort werden sie an den Claretinerorden weitergeleitet. Pater Georg Hopf von den Weißenhorner Claretinern berichtete, dass Sternsinger aus etwa 20 Gemeinden zwischen Jettingen und Mindelheim für das ostafrikanische Land Tansania sammelten. Mit dem Geld soll dort in der Stadt Michungwani eine von Claretinern geleitete Schule unterstützt werden.

Wie es Tradition ist, wurden alle Könige und Sternträger an den Sammeltagen mittags bekocht. Scharenweise strömten sie gestern hungrig zum Pfarrgemeindesaal im Christophorus-Haus. Beim Essen ohne Kostüme waren nur die Melchior-Könige an der dunklen Schminke zu erkennen, wie zum Beispiel Internatsschüler David (17), im Weißenhorner "Waldviertel" auf Tour gewesen war. "Am Donnerstag war ich Melchior", erzählte Sabrina, "und bin beim Unwetter klatschnass geworden". Sind Markus als Sternträger die Finger eingefroren? "Ich hatte dicke Handschuh an", sagte der Zehnjährige, dem wie allen das Essen prima schmeckte. Die Stimmung war gut, mehrere Mütter sorgten für volle Teller. Gestärkt ging es bis spätnachmittags in die Schlussrunde.

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