Die Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm (SWU) haben am Mittwoch dementiert, dass das Genehmigungsverfahren für das Kraftwerk an der Iller bei Bellenberg ruht. Diesen Eindruck hatte der Fischereibeauftragte des Bezirks Augsburg, Oliver Born, in seinem Referat über die Iller und deren Fischbesatz vor den Mitgliedern der Fischereigenossenschaft Untere Iller erweckt.

SWU-Sprecher Sebastian Koch sagte am Mittwoch auf Nachfrage, derzeit würden die eingegangene Einwendungen zum Kraftwerk ausgewertet. Im Herbst solle ein Erörterungstermin stattfinden. Alles laufe wie geplant weiter. Ob es Verzögerungen wegen der schlechten Kassenlage der SWU gibt, wisse er nicht.

Bei seinem Referat hatte Fischereiexperte Born auch gesagt, das jüngste Hochwasser habe gezeigt, dass der Rückbau der Iller ein Erfolg sei. Allerdings gelte dies nicht für die Fische, denn bei Hochwasser mangle es an Rückzugsgebieten. Wie diese aussehen könnten, zeigte er an Beispielen aus dem Lech und der Wertach. Es sind mächtige mit Weiden bepflanzte Kiesinseln, die bei großen Hochwassern vom Fluss wieder abgeräumt werden. Behelfsweise könne auch aufgeschichtetes Altholz den Fischen Unterstand bieten, sagte Born. Lob gab es vom Fachmann für den Aushub von sogenannten „Gumpen“, Vertiefungen im Illergries. Diese sind im derzeitigen Renaturierungsbereich, nördlich von Vöhringen, vorgesehen.

Beim Umbau der Iller bis zum Wehr bei Ay werde aus Kostengründen auf die bisher vorgesehene V-Rampe aus Beton verzichtet. Die Iller werde aufgeweitet, der Kiestransport mit einem offenen Deckwerk gebremst. Dass dies funktioniert, sehe man an der Illerbrücke in Vöhringen. Der Umbau der Iller im Süden bei Altenstadt werde aber wohl aus Kostengründen nicht so bald kommen, sagte Born. Sorgen machen ihm die Staumauern der Kraftwerke im südlichen Flusslauf. Dort könne die Iller kein Kies mehr transportieren, und ohne Kies sei die Iller ein toter Fluss. „Dass Kies mit Lastwagen hinter die Staumauern gekarrt wird, ist keine Lösung.“

Die Lösung des Problems mit dem Fischräuber Kormoran sollen Fischer und Jäger gemeinsam angehen. Bis zum 30. April 2017 dürfen Kormorane geschossen werden.