Entwicklung Stadtrat sagt Nein zu neuem Wohngebiet

Senden / Niko Dirner 06.12.2018

Der Sendener Bürgermeister Raphael Bögge ist mit seinem Vorstoß gescheitert, in Wullenstetten ein 3,6 Hektar großes Wohnbaugebiet im Flächennutzungsplan zu belassen. Der Stadtrat hat die Fläche in Wullenstetten, die das Betriebsgelände der ehemaligen Maschinenbau-Firma Apitz am Kirchweg umfasst, am Dienstag aus dem neuen Flächennutzungsplan gekegelt.

Grund: Das geplante große Quartier „Am Stadtpark“ mit bis zu 350 Wohneinheiten in Wullenstetten führe absehbar schon zu einer hohen Belastung der Straßen, sagte etwa Claudia Schäfer-Rudolf, CSU. In Wullenstetten noch mehr Wohnraum zu schaffen, halte die Fraktion „nicht für zielführend“. Es solle eine „gleichmäßige Entwicklung“ in allen Ortsteilen geben. Das Apitz-Grundstück sei eine Potentialfläche, die in 10 bis 15 Jahren entwickelt werden könnte. Dafür müsse dann eben der Flächennutzungsplan geändert werden.

Zweiter Bürgermeister Josef Ölberger, CSU, konnte dem Vorhaben indes etwas abgewinnen: Auf der Fläche, die zum Innenbereich von Wullenstetten gehört, stehe eine Halle, dort könnten wie in der Umgebung mehrere Ein- bis Zweifamilienhäuser entstehen. Am Ende waren nur drei Räte und Bögge dafür, das Grundstück als Wohnbauland im Flächennutzungsplan auszuweisen.

Stadt hätte das Sagen gehabt

Bürgermeister Bögge verwies in der Sitzung und gestern noch mal darauf, dass ein Flächennutzungsplan eine Laufzeit von 20 bis 25 Jahren hat. Aus einem Gewerbegebiet eine Wohnbaufläche zu machen, heiße ja nicht, dass die sofort zu entwickeln ist – im Gegenteil. Somit bliebe genug Zeit, sich über Probleme, wie etwa den Verkehr, Gedanken zu machen und nach Lösungen zu suchen.

Im Nachgang den Flächennutzungsplan zu ändern, koste unnötig Geld. Die Stadt hätte jetzt die Gelegenheit gehabt, das Gebiet günstig zu erwerben und dort selbst oder mit der kommunalen Baugesellschaft SWSG günstigen Wohnraum zu schaffen. Das passe doch zum Ziel, attraktiv zu werden für junge Familien. Die Nachfrage sei unverändert hoch in Senden.

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