Kampagne Stadtradeln: Weißenhorner fahren 46.000 Kilometer

Die Radfahrer des TSV Weißenhorn auf Tour mit ihren Mountain-Bikes. Auch E-Bikes sind dabei. Der Motor wird aber erst genutzt, wenn die eigene Muskelkraft nicht mehr ausreicht.
Die Radfahrer des TSV Weißenhorn auf Tour mit ihren Mountain-Bikes. Auch E-Bikes sind dabei. Der Motor wird aber erst genutzt, wenn die eigene Muskelkraft nicht mehr ausreicht. © Foto: Wolfgang Gänsler
Region / Benjamin Merkle 02.07.2018

Gestern ging in Weißenhorn, Nersingen, Pfaffenhofen und Holzheim das Stadtradeln zu Ende. Organisiert wird die Kampagne vom Klima-Bündnis, einem europaweiten Netzwerk zum Schutz des Weltklimas. An dem alljährlichen bundesweiten Wettbewerb können Städte, Gemeinden und Landkreise teilnehmen. An 21 aufeinanderfolgenden Tagen gilt es, möglichst weit und oft mit dem Rad zu fahren – wenn möglich sogar drei Wochen lang komplett auf das Auto zu verzichten. Durch die Förderung des Radverkehrs soll ein Beitrag zum Klimaschutz geleistet werden. Die Teilnehmer können im Internet unter stadtradeln.de einsehen, wie viel Tonnen CO2 sie durch ihr Engagement schon eingespart haben. Jedes Jahr wird am Ende das aktivste Kommunalparlament, die Kommune mit den meisten Radkilometern und die Kommune mit den meisten Radkilometern pro Einwohner gekürt.

Zum elften Mal

Der Wettbewerb fand heuer zum elften Mal statt – und immer mehr machen mit. So auch die Gemeinden Weißenhorn, Nersingen, Holzheim und Pfaffenhofen, die zum ersten Mal dabei waren. Allein die Weißenhorner Bürger haben durch ihren Einsatz etwa sechs Tonnen CO2 eingespart. Mehr als 340 Radler aus 32 Gruppen haben rund 46 000 Kilometer zurückgelegt. Das entspricht in etwa der Länge des Äquators.

Ein Team besteht aus Fahrradbegeisterten des TSV Weißenhorn. Sie treffen sich jeden Mittwoch nach der Arbeit für etwa zwei Stunden, um den inneren Schweinehund zu bekämpfen, erzählt Wolfgang Gänsler. Der Zahnarzt stellt die Touren für die Mountain-Biker der Gruppe zusammen. Parallel dazu wird auch eine Tour für Rennradfahrer organisiert. „Die Rennradfahrer fahren mittwochs 50 bis 60 Kilometer. Da geht es mehr um den sportlichen Aspekt also um Ausdauer und Geschwindigkeit“, sagt Gänsler. „Wir machen nur Touren um die 30 bis 40 Kilometer, so hat man auch was von der schönen Landschaft.“Von einer gemütlichen Ausfahrt kann aber nicht gesprochen werden. Über Stock und Stein geht es mit ordentlichem Tempo durch Wälder und auf Forst- und Waldwegen durchs schwäbische Hinterland. Trotzdem wird auf die schwächeren Fahrer Rücksicht genommen, regelmäßig werden Pausen eingelegt. Sonntags geht es dann auf längere Ausfahrten von bis zu 60 Kilometern Länge. Die Rennradfahrer erhöhen auf 100 Kilometer.

Dass sich die wöchentlichen Ausfahrten mit dem Wettbewerb verbinden ließen, sei optimal, sagt Gänsler. Überhaupt sei er erst durch das Stadtradeln dazu gekommen, vermehrt Rad zu fahren. Vor zwei Jahren nahm er zum ersten Mal teil – und machte nach den drei Wochen einfach weiter: „Früher saß ich im Jahr etwa 300 Kilometer auf dem Rad, aber durch die Regelmäßigkeit, komme ich mittlerweile pro Jahr auf 8000 Kilometer.“ Der Umweltschutz sei ein schöner Nebeneffekt, aber vor allem habe der regelmäßige Sport auch gesundheitsfördernde Auswirkungen, stellt Gänsler fest. „Seit ich so viel Rad fahre, war ich kein einziges Mal mehr erkältet.“

Auch in Illertissen wurde in die Pedale getreten

Bilanz In Illertissen ging das Stadtradeln am vergangenen Freitag zu Ende, die Stadt war zum dritten Mal dabei. Die Teilnehmer haben gemeinsam mehr als eine Tonne CO2 eingespart und mehr als 10 000 Kilometer auf dem Rad zurückgelegt. 47 Männer und Frauen aus 14 Teams haben sich an dem Wettbewerb beteiligt.

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