Soziales Stadt will mehr Krippenplätze

Weißenhorn / Patrick Fauß 31.07.2018

Das Awo-Haus für Kinder, St. Christophorus und St. Maria halten zusammen insgesamt 72 Plätze vor: Derzeit gibt es in Weißenhorn drei Kindertagesstätten, in denen Kinder ab einem Jahr betreut werden können. Diese Kapazität reicht allerdings nicht aus. Die Stadt soll deshalb nun Bedarf und Standorte für neue Kinderkrippenplätze prüfen. Das hat der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig beschlossen.

24 neue Plätze in zwei Gruppen könnten dazukommen, hieß es von Seite der Stadtverwaltung. Als Kita-Standort kommt nun womöglich das Gelände bei der Mittelschule in Frage, auf dem bislang der Bau eines neuen Förderschulgebäudes angedacht war.

Wie auf Nachfrage von CSU-Fraktionssprecher Franz-Josef Niebling von der Verwaltung erläutert wurde, gibt es in der Weißenhorner Kernstadt und seinen Ortsteilen derzeit 465 Kindergartenplätze. Weit mehr also als Betreuungsplätze in Krippen. Niebling schlug vor, einen Bauplatz nahe der Stiftungsklinik zu suchen. Dann könnte das Personal des Krankenhauses das Kita-Angebot womöglich ebenfalls in Anspruch nehmen.

Bernhard Jüstel (WÜW) monierte, dass es vor allem im Weißenhorner Süden an Krippenplätzen fehle.  Der von der Verwaltung vorgeschlagene Platz bei der Mittelschule sei jedoch im Norden der Stadt.

Auch für SPD-Chef Herbert Richter ist der angedachte Standort nicht ideal. Denn in der Nähe der Mittelschule gebe es bereits genügend Kindertagesstätten mit Krippenplätzen. Ulrich Hoffman (ÖDP) sprach sich dafür aus, gleich drei Gruppen, also alles in allem 36 Plätze, zu planen. In dem neuen Gebäude sollte außerdem ein Familienstützpunkt mit Beratungsangebot untergebracht werden, schlug der Familienseelsorger vor. Als Standort könne er sich die Hasenwiese vorstellen. Aber auch den Nordosten oder einen Platz in der Nähe der Stiftungsklinik.

Johannes Amann (WÜW) bemängelte ebenfalls, „dass im Süden überhaupt nichts ist“. Er schlug deshalb ein Grundstück im Jägerweg vor. Wie der zweite Bürgermeister Ernst-Peter Keller (CSU) – er leitete die Sitzung diesmal an Stelle von Bürgermeister Wolfgang Fendt – erläuterte, werden die Anregungen nun geprüft. Und  von der Verwaltung in neue Vorschläge eingearbeitet.

Das heißt: Die Debatte geht weiter. Zu seinem späteren Zeitpunkt solle das Gremium dann erneut über den Ausbau des Kita-Angebots beraten.

285 000 Euro wären im Jahr fällig

Kosten Der Betrieb einer Krippe mit zwei Gruppen würde die Stadtfinanzen laut Kostenrechnung voraussichtlich mit 285 000 Euro pro Jahr belasten. 95 000 Euro schießt der Freistaat jährlich dazu.

Fläche Der Bau eines Krippengebäudes würde voraussichtlich gefördert werden. Bei einer zuschussfähigen Fläche von 184 Quadratmetern wären 720 000 Euro zu erwarten.

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