Schlossplatz Stadt Weißenhorn und Gastronom Riedmüller: Die Schlossplatz-Connection

Weißenhorn / CARSTEN MUTH 24.07.2014
Weißenhorn lobt einen Wettbewerb für die Schlossplatz-Gestaltung aus. Großgastronom Ebbo Riedmüller und die Stadt arbeiten dabei Hand in Hand. Riedmüllers Gaststätte im Bräuhaus öffnet Ende August.

Eine Gaststätte im Bräuhaus, nebenan ein neues Hotel. Die Bauprojekte des Ulmer Gastronomen Ebbo Riedmüller in der Weißenhorner Altstadt nehmen langsam, aber sicher Gestalt an. Die Arbeiten laufen seit Monaten auf Hochtouren. Ende August soll die Gaststätte in Betrieb genommen werden, sagt Riedmüller. "Mit dem Hotel geht es nicht ganz so schnell. Das wird nach Lage der Dinge frühestens Ende des Jahres eröffnet."

Sobald die Arbeiten an dem Hotel - mit 20 Gästezimmern und einem Wellnessbereich mit Sauna und Dampfbad im Dachgeschoss - abgeschlossen sind, soll auch der Schlossplatz in Schuss gebracht werden. Darauf haben sich Riedmüller und die Stadt verständigt. Beide Seiten wollen bei dem Projekt kooperieren. Hintergrund: Der Schlossplatz befindet sich zwischen Bräuhaus und Hotelneubau auf der einen sowie den kürzlich sanierten Schlössern auf der anderen Seite. Ein Teil des Areals gehört der Stadt, der andere Riedmüller.

Die Neugestaltung des zentralen Platzes im Zuge von Schlösser-Sanierung und Hotelbau hat einen großen Einfluss aufs Stadtbild, betont Bürgermeister Wolfgang Fendt. Die Schlösser seien in den vergangenen Jahren mit großem Aufwand und viel Liebe fürs Detail umgebaut worden. "Aus Sicht der Verwaltung sollte sich diese Qualität auf der Außenanlage fortsetzen."

Das sehen die Weißenhorner Stadträte genauso. Sie haben am Dienstagabend den Plan der Verwaltung gebilligt, 10.000 Euro in einen kleinen Gestaltungswettbewerb zu investieren. Drei Planungsbüros sollen Vorschläge zum Umbau des Schlossplatzes machen und diese im Stadtrat präsentieren. Die Räte wählen dann ein Konzept aus.

Der Deal: Gastronom Riedmüller hat zugestimmt, keine eigenen Pläne für die Gestaltung seiner Hotel-Außenanlagen auf dem Schlossplatz entwerfen zu lassen, stattdessen auf das fertige Konzept der Stadt zu warten und dieses auch auf seinem Teil des Grundstücks zu verwirklichen.

Der Vorteil der Vereinbarung liegt nach Ansicht von Bürgermeister Fendt auf der Hand: Die Vorgehensweise garantiere eine einheitliche Gestaltung des Schlossplatzes. Die Stadt wird laut Fendt die Planungskosten übernehmen. "Die Baukosten werden dann aufgeteilt. Jeder bezahlt den Teil, der ihm gehört", stellt der Rathauschef klar. Wolfgang Fendt lobt "Kooperationsbereitschaft und Geduld" Riedmüllers: "Das Verhalten ist außerordentlich honorig von ihm. Das muss ich wirklich sagen."

Das Grundstück, auf dem nun das Riedmüller-Hotel entsteht, wurde zuletzt als Parkplatz genutzt. Zuvor stand dort ein Teil des Fuggerschen Bräuhauses, der 1975 abgerissen wurde. Stadtbaumeister Burkhard Günther freut sich auf die Verwirklichung der Riedmüller-Pläne - weil der Schlossplatz durch den Hotel-Neubau wieder eine "durchgehende Abgrenzung" und damit seine ursprüngliche Struktur erhalte. Gastronom Riedmüller freut sich über das Lob: Er ist überzeugt: Von der Verwirklichung seiner Pläne wird auch die Stadt profitieren.

Gastronomie auch in den Schlössern

Sanierung Zehn Millionen Euro hat der Umbau von Fugger- und Neuffenschloss in Weißenhorn gekostet. Die Sanierung war aus Sicht der Stadt notwendig geworden, weil sich der

Zustand der Gebäude im Laufe der vergangenen Jahrzehnte erheblich verschlechtert hatte. Seit Oktober 2013 sind die beiden Schlösser Sitz der Weißenhorner Stadtverwaltung. Zudem stehen die beiden Gebäude den Vereinen zur Verfügung.

Pächter Nicht nur das Bräuhaus, in dem Ebbo Riedmüller ein Restaurant eröffnet, wird demnächst gastronomisch genutzt, auch das benachbarte Neuffenschloss. Den Namen des Schlossgaststätten-Pächters will die Verwaltung noch nicht nennen, weil die entsprechenden Verträge noch nicht unterzeichnet seien.

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