Senden Stadt Senden muss für Ampel an Bahnschranke auch zahlen

Senden / NIKO DIRNER 22.07.2015
Kaum ein Tag vergeht ohne Neuigkeiten zum Thema Bahnübergang in Senden. Jetzt sagt die Stadt: Auch für die neue Schranke müssen wir bezahlen.

Am 2. August dürfen die Sendener entscheiden, ob der Bahnübergang in der Hauptstraße offen bleiben oder geschlossen werden soll. Die Stadt hat dazu erneut einen "Faktencheck" veröffentlicht, in welchem Fragen beantwortet werden. Darin wird die bisherige Aussage korrigiert, dass die von der Bahn geplante Modernisierung des Übergangs voll zu Lasten der Bahn gehen würde. Jetzt heißt es, für die notwendige Umgestaltung des Kreuzungsbereiches mit einer Ampelanlage und neuen Abbiegespuren müsste die Stadt bis zu ein Drittel der Kosten aufbringen. Die Kosten betragen rund 600.000 Euro.

Unterdessen sorgt eine Anzeige des Gewerbeverbandes IHGV weiter für Wirbel. Wie berichtet, hatte der IHGV als Wortführer der Freunde des Bahnübergangs zahlreiche Gewerbetreibende der Innenstadt als Gegner der Schließung angeführt. Danach hatten sich allerdings die Sparkasse sowie die Volksbank von ihrer Nennung in der Annonce distanziert. Begründung: Man stelle sich in dieser Frage strikt neutral. Auch die Deutsche Post hat inzwischen mitgeteilt, dass sie sich neutral positioniert in Sachen Bahnübergang. Die Nennung in der Anzeige sei eine persönliche Sichtweise des Kooperationspartners, der die Filiale im Bahnhof betreibt.

Auf Anfrage distanziert sich auch Bäckermeister Ulrich Bayer, der eine Filiale im Rewe-Markt beim Bahnhof betreibt. "Ich weiß nicht, wer mich da reingenommen hat", sagt er. Seine Firma stelle sich ebenfalls neutral. Der Allgemeinmediziner Alexander Stauß, der auch als Nein-Sager genannt wird, stellt klar: Er sei zwar gegen die Schließung und habe sich in einer Unterschriftenliste eingetragen. Es sei aber für ihn nicht klar gewesen, dass sein Name in diesem Zusammenhang in einer Anzeige öffentlich genannt werde. "Das missfällt mir sehr."

Apotheker Hans Bumiller, der den Protest des IHGV vorantreibt, sagt gleichwohl: "Wir haben von allen Stempel und Unterschrift. Wir haben nicht geschummelt."