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SWP 06.07.2013

Friede abzuholen

Sie waren einst ein Mahnmal gegen den Krieg - die Pacefahnen, die vor rund zehn Jahren aus Protest gegen den Irak-Krieg und gegen den damaligen amerikanischen Präsidenten Georg Bush viele Fenster, Plätze, Balkone und auch Demonstrationen zierten. Auch in der Region Ulm/Neu-Ulm hatten die Fahnen, ursprünglich kreiert von einer italienischen Gruppe der Globalisierungskritiker von Attac, reißenden Absatz. Eines Morgens, Anfang Mai 2013, tauchte das Zeichen des Friedens unvermittelt auf der Spitze eines Sendemasten bei Weißenhorn wieder auf. Am Digitalfunkrichtmasten an der Staatsstraße 2019, Abschnitt 230 - Kilometer 1470. Kaum war in der SÜDWEST PRESSE über den Bau der Anlage, die zum eigenständigen digitalen Behördenfunknetz gehört, berichtet worden, kletterte jemand in schwindelerregende Höhe und befestigte daran die Regenbogenfahne. Ein gefährliches Unterfangen, von dem dringend abzuraten ist. Schließlich musste auch jemand das Ding wieder abnehmen. Das Symbol des Friedens ist - nun nicht nur symbolisch - ein herrenloses Fundstück. Sozusagen wie der Frieden selbst. Doch das schöne an Verwaltung ist, dass alles Gefundene eine Nummer bekommt. Der Frieden hat beim Weißenhorner Fundamt für eine kurze Zeit ein wohlwollendes Zuhause gefunden - mit der Nummer 1300-112. Mit folgender Beschreibung: Fahne, Pace. Kategorie: sonstiges. Aber mit den Gästen ist das so eine Sache: Es ist auch gut, wenn sie wieder gehen. Das Symbol des Friedens hat ein neues , berufenes Zuhause gefunden: bei der Tschernobyl-Hilfe von Heidi Grathwohlgrath in Illerberg.

Alblinsen fürs Schwein

Linsen, Spätzle und Saitenwürste sind was ganz Großes für den Schwaben. An Schweinen für die Wurst sowie Mehl und Eier für die Spätzle fehlts in der Region nicht. Und Linsen, deren Anbau auf der steinigen Alb wegen des großen Aufwands in den 50er Jahren eingestellt worden war, erleben durch die Erzeugergemeinschaft "Alb-Leisa" seit einigen Jahren eine Renaissance. Nun sollen auch Schweine in den Genuss der Spezialität kommen. Verschiedene Bio-Landwirte, Gastgeber im Biosphärengebiet Schwäbische Alb, die Öko-Erzeugergemeinschaft "Alb-Leisa" und die Albmetzgerei Failenschmid haben das Projekt "Alblinsenschwein" gestartet. Klingt irgendwie nach Wollmilchsau. . . Noch wird geforscht, in welcher Form der Linsenbruch für die Tiere am bekömmlichsten ist und welche Rasse sich am besten als Alblinsenschwein eignet.

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