„Wir brauchen mehr Aufklärung, denn wir sind im Internet-Zeitalter“, sagt Ralf Zie­sche. Grund für dieses Resümee: der Vortrag von Niels Pruin zum Thema Mediensucht, den die beiden Elternbeiräte des Kollegs der Schulbrüder und der Johannes von La-Salle-Realschule organisiert hatten. Sie seien von Eltern darauf angesprochen worden. Es bestehe Informationsbedarf. Überrascht war der Vorsitzende des Elternbeirats des Kollegs aber dennoch über die rund 150 Besucher in der Aula des Gymnasiums in Illertissen.

„Es herrscht großes Interesse, auch wenn vielleicht nicht alle Erwartungen erfüllt wurden“, meint Ziesche. Es gebe keine Pille gegen Computerspielsucht, vielmehr sei das ein extrem langwieriger Prozess. Wertvoll für ihn: Die Inhalte von Spielen wie „Fortnite“, „Call of Duty“ oder „Minecraft“ kennen zu lernen.  Pruin, der in der Suchtfachambulanz in Donauwörth arbeitet, hatte kurze Videoeinspieler dabei. Manche Zuschauer zeigten sich schockiert.

Schockierende Videos

„Umsätze von 80 Milliarden Dollar jährlich werden mit Online Games gemacht“, erklärte der Referent. „Fortnite“, das beliebteste Spiel der Jugendlichen 2018, bezeichnete er als „das Spiel schlechthin“. Doch wie erkennt man eigentlich Computerspielsucht? „Vereinsamung, massive Vernachlässigung sozialer und beruflicher Pflichten“, zählte Pruin auf, verwies aber auch auf psychische und langfristig körperliche Auswirkungen.

„Die Eltern sind überfordert, deshalb sind so viele Leute da“, fand ein Besucher. Das Thema müsse viel breiter aufgearbeitet werden. „Warum wird nicht im Unterricht behandelt, was für Gefahren Computerspiele bergen“, fragte er. Eine Mutter meinte: „Wir müssen im Dialog mit den Kindern bleiben, denn wir haben keine andere Chance.“ Eine weitere Zuhörerin sprach von „absoluter Gehirnmanipulation“. Auf welche Generation gehe man zu? Die 20- bis 30-Jährigen seien ja selbst mit Computerspielen aufgewachsen.