Kreis Neu-Ulm SPD: Ausbau des Nahverkehrs als Schwerpunkt

Kreis Neu-Ulm / WILLI BÖHMER 19.07.2012
Der Ausbau des Nahverkehrs mit Schienenverbindungen in die Region ist eine der wichtigsten Aufgaben, sagte Antje Esser beim SPD-Kreisparteitag.

Der SPD-Kreisverband Neu-Ulm hat den Mitgliederschwund gestoppt, berichtete Kreisvorsitzender David Knuplesch auf dem jüngsten Kreisparteitag. Seit Jahresbeginn, als die Kreis-SPD noch knapp 500 Mitglieder zählte, war es Monat für Monat ein Stück bergab gegangen. Aber jetzt bleibe die Zahl erstmals stabil bei 450 stehen. Knuplesch geht davon aus, dass in den anstehenden Wahlkämpfen für den Bundestag, den Landtag und ein Jahr später für die Kommunalwahl wieder mehr Menschen für die Parteiarbeit und die SPD zu begeistern sein werden.

Der Ausbau desöffentlichen Personennahverkehrs in die Region mit der Schiene und daran anschließenden guten Busverbindungen in die Ortschaften liegt der SPD-Kreistagsfraktion besonders am Herzen, sagte die Fraktionsvorsitzende Antje Esser. Man dürfe sich dabei auch nicht mit Minimalangeboten der Bahn zufriedengeben. Das zeige das Beispiel der Planung im Ulmer Hauptbahnhof, in dem die Bahn gern auf den fünften Bahnsteig verzichten würde (wir berichteten). Dabei sei dieser Bahnsteig das Bindeglied zwischen einem funktionierenden S-Bahn-System in der Region und den überregionalen Linien. Diese Verbindung mache das Bahnangebot für viele Menschen erst attraktiv, betonte Esser. Es gebe derzeit eine einmalige Chance, die Region zukunftsweisend über den öffentlichen Nahverkehr ans Oberzentrum und damit an den nationalen und internationalen Zugverkehr anzuschließen. Diese Zukunftschance dürfe man sich nicht entgehen lassen.

Ein zentrales Thema bleibe auch weiterhin der Ausbau der Bildungsangebote in der Region. Die SPD-Fraktion setzt sich für einen zentralen Ansprechpartner für das Thema Bildung ein. Sieben Prozent der Schüler seien ohne Schulabschluss. Und die Zahl der erziehungsschwierigen Schüler nehme weiter zu. Sie halte es für notwendig, im Kreis ein bis zwei Klassen speziell für solche Schüler einzuführen, unterstrich Esser, beispielsweise in Illertissen oder in Senden. Und sie kündigte einen entsprechenden Antrag an.

Die Entwicklung in den drei Stiftungskrankenhäusern des Kreises sei positiv, sagte die Fraktionsvorsitzende. Aber es gebe weiter Strukturprobleme in der Illertalklinik.