Nersingen Spatenstich für Nersinger Gewerbegebiet an der A 7

Glückliches Ende eines zähen Genehmigungsverfahrens: Offizieller Spatenstich für das Gewerbegebiet an der A 7 mit einem gut gelaunten Bauunternehmer Bernhard Golsner (Dritter von rechts). Ganz rechts steht Bürgermeister Erich Winkler, daneben Landrat Thorsten Freudenberger.
Glückliches Ende eines zähen Genehmigungsverfahrens: Offizieller Spatenstich für das Gewerbegebiet an der A 7 mit einem gut gelaunten Bauunternehmer Bernhard Golsner (Dritter von rechts). Ganz rechts steht Bürgermeister Erich Winkler, daneben Landrat Thorsten Freudenberger. © Foto: Oliver Schulz
Nersingen / STEFAN CZERNIN 02.05.2015
Bernhard Golsner ist offenbar ein geduldiger Mensch. Mehr als fünf Jahre zogen ins Land, bevor der Bauunternehmer jetzt ein Gewerbegebiet an der A 7 bei Nersingen in Angriff nehmen kann.

"Es war ein Marathonlauf", sagte Bauunternehmer Bernhard Golsner beim Spatenstich für das vier Hektar große Nersinger Gewerbegebiet an der Anschlussstelle der A 7. Golsners Vergleich ist nicht übertrieben: Ende Februar 2010 habe er deswegen zum ersten Mal mit Nersingens Bürgermeister Erich Winkler telefoniert. Damals ahnte Golsner noch nicht, dass es mehr als fünf Jahre bis zum offiziellen Spatenstich am Donnerstag dauern würde.

"Unzählige Telefonate, Gutachten und Abstimmungen hat es dafür gebraucht", sagte Golsner. Um gleich klarzustellen: An der Gemeinde Nersingen und Bürgermeister Winkler habe das nicht gelegen. Im Gegenteil: Winkler setze sich "wie ein Unternehmer" für die Gemeinde ein, die Zusammenarbeit mit der Verwaltung sei konstruktiv gewesen.

Woran hat es dann in den vergangenen fünf Jahren geklemmt? Die beiden politischen Vertreter - neben Bürgermeister Winkler war auch Landrat Thorsten Freudenberger zum Spatenstich gekommen - mühten sich um Erklärungen. "Ich bin ja erst vor einem Jahr ins Spiel gekommen", sagte Freudenberger. Da lag der Antrag für das Gewerbegebiet schon eine ganze Weile auf dem Schreibtisch im Landratsamt. Die Zuständigkeit für die Genehmigung hatte zwischenzeitlich von der Regierung von Schwaben ins Landratsamt Neu-Ulm gewechselt.

"Also musste ich Gespräche mit der Regierung und Bürgermeister Winkler führen", berichtete Freudenberger. Auch dass die Staatsregierung ein Landesentwicklungsprogramm auf den Weg gebracht hatte, das "solche Projekte eher kritisch sieht", habe das Verfahren in die Länge gezogen, so Freudenberger. Er betonte gleichwohl, dass Themen wie Naturschutz und Flächenverbrauch ernsthaft geprüft werden müssten - und das nehme eben eine gewisse Zeit in Anspruch.

Bürgermeister Winkler ergänzte die Liste der bürokratischen Klippen: Zu einem habe die Gemeinde der Regierung von Schwaben verständlich machen müssen, dass Nersingen zwar "auf dem Papier" schon über genügend Gewerbeflächen verfügt, diese aber aus verschiedenen Gründen nicht nutzbar seien.

Dann wurde mit dem Staatlichen Bauamt in Krumbach um die Verkehrsanbindung gerungen, schließlich sorgte ein Werbepylon für Ärger - und Zeitverlust.

Augenzwinkernd bedankte sich Winkler für die Geduld, die Golsner aufgebracht habe. Er habe gehofft, sagte Winkler, dass der Bauunternehmer "schon so viel Geld in das Projekt investiert hat, dass er es trotz der Verzögerungen nicht mehr abbricht".

Hälfte der Gewerbeflächen vergeben - Tankstelle ist gesetzt

Nächste Schritte Die Erdarbeiten für das vier Hektar große Gewerbegebiet sind abgeschlossen, nun wird mit dem ersten Bauabschnitt begonnen. Bis Juli soll auch die Tankstelle stehen. Im folgenden zweiten Bauabschnitt wird der Kreisverkehr errichtet, der das Gelände an die B 10 anschließt. Dazu wird der Verkehr im Juli, August und September ein kurzes Stück über das neue Gewerbegebiet umgeleitet. Im Herbst ist die Erschließung laut Plan abgeschlossen. Insgesamt wird Bauunternehmer Bernhard Golsner aus dem Landkreis Unterallgäu rund sieben Millionen Euro investieren.

Wer kommt? "50 Prozent der Flächen sind in trockenen Tüchern", sagte Golsner beim Spatenstich. Die Tankstelle ist gesetzt. Dazu kommt eine Großgastronomie, eventuell mit Hotelzimmern. Die Gespräche seien fortgeschritten, aber noch kein Vertrag geschlossen. Es handele sich um einen Betrieb aus der Region. Und das Logistikunternehmen Amenda werde seine Niederlassung aus Neu-Ulm heraus in das Gebiet am Verkehrsknotenpunkt B 10/A 7 verlegen.

 

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