Senden Soziale Stadt ist nicht nur Wohnungsbau

Senden / NIKO DIRNER 10.08.2013
Der Bedarf müsse ermittelt, Bürger sollten befragt werden. So würde er das Projekt "Soziale Stadt" angehen, sagt CSU-Bürgermeisterkandidat Bögge.

Das Ziel sollte mehr sein als der Bau günstiger Wohnungen. So äußert sich Raphael Bögge, der CSU-Bürgermeisterkandidat in Senden, zu den Plänen von Amtsinhaber Kurt Baiker (Freie Wähler). Der Rathauschef hatte kürzlich vorgeschlagen, auf dem Webereigelände sukzessive drei Blocks mit jeweils 36 günstigen Wohnungen zu bauen. Die Mehrheit des Stadtrats fegte diese Idee allerdings zum Tisch. Die Befürchtung lautete, bei dieser Massierung von Sozialwohnungen entstehe ein neuer Brennpunkt.

Auch Bögge sagt nun, alle Sozialwohnungen zu konzentrieren, sei keine vorausschauende Stadtplanung. "Das ist zu kurz gesprungen." Wolle Senden etwas tun für einkommensschwache Bürger, müsste erst eine grundlegende Analyse gemacht werden: Wie viele Wohnungen sind in welcher Form und vor allem wo im Stadtgebiet nötig? Er sehe freilich auch, dass die Weberei eine ideale Fläche für sozialen Wohnungsbau ist: Das Grundstück liegt zentral, es gibt Schulen und Kindergärten, der Seniorentreff ist nebenan. Da die Stadt Eigentümerin ist, könnte sie jungen Familien vergünstigte Flächen für den Hausbau verkaufen. Ein Mehrgenerationenprojekt sei denkbar. So ließe sich erreichen, dass möglichst verschiedene Menschen sich ansiedeln.

Damit untrennbar verknüpft ist für den Diplom-Geographen Bögge aber eine Gesamtplanung für die Weberei, möglicherweise sogar für das Quartier rund um den einstigen Industriebetrieb. Was entstehen könnte, würde er mit allen Interessierten in Bürgerwerkstätten erarbeiten. Ideen gibt es bereits viele: In der riesigen Halle könnte die Volkshochschule unterkommen, die Musikschule, der Kulturverein, ein Übungsraum für Bands, eine Gastronomie. Neu ist Bögges Vorschlag, einen Teil für Sportvereine zu reservieren. "Turnen, Tischtennis, Gymnastik. Da wäre vieles denkbar." Allerdings dränge die Zeit, da das Gebäude immer weiter verfalle. Bögge könnte sich auch vorstellen, Studenten Ideen entwickeln zu lassen.

Jedenfalls könnte die Weberei zu einer so genannten Gemeindebedarfseinrichtung werden. Damit würde die Stadt Senden ein wesentliches Kriterium für das von Bund und Ländern aufgelegte Programm "Soziale Stadt" erfüllen - so könnte der Umbau der Webhalle teils über Fördermittel finanziert werden.

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