Region Sonne satt wie lange nicht

Willkommene Abkühlung bei der Affenhitze im Juli. Foto: Weigert
Willkommene Abkühlung bei der Affenhitze im Juli. Foto: Weigert
Region / SWP 09.08.2013
Nachdem Schlechtwettergebiete lange die Laune vermiesten, entschädigten die Sonnenhochs "Xena" und "Yasmine" im Juli. Sie arbeiteten mit Hochdruck an der Aufbesserung der Sonnenscheinbilanz

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Nach einem noch wechselhaften und nur mäßig warmen Monatsbeginn wurden die Weichen in Richtung Hochsommer gestellt. Zwischen dem 5. und dem 23. Juli fiel beinahe drei Wochen lang kein Regentropfen. So ein stabiles Sommerhoch gab es seit dem Fußballweltmeisterschafts-Märchensommer 2006 nicht mehr. Dazu herrschte eine ausgesprochen geringe Luftfeuchtigkeit und es wehte ein strammer Ostwind, der die Trockenheit zusätzlich verschärfte.

Zwar brachten in der letzten Juliwoche einzelne Gewitter punktuell kräftige Regengüsse, doch in den meisten Regionen war der Juli trocken wie lange nicht mehr. An der Wetterzentrale in Bad Schussenried verzeichnete man mit insgesamt 34,6 Liter/m² den trockensten Juli seit 1983 (8,4 Liter/m²). In Erbach-Bach registrierten Cornelia Aierstock und André Langlois sogar lediglich 8,5 Liter/m² und Hermann Zeller vermeldete aus Blaubeuren-Pappelau 8,0 Liter/m².

Während die Veranstalter vom kleinen Gartenfest bis hin zu den großen Heimatfesten mit der Sonne um die Wette strahlten, bereitete die anhaltende Trockenheit auch zunehmend Probleme und dies gerade einmal fünf Wochen nach dem extremen Hochwasser. Die Wetterextreme nehmen wahrnehmbar zu. Vor allem die Landwirte können ein Lied davon singen.

In der einfließenden, subtropischen Mittelmeerluft kletterten die Temperaturen an 23 Tagen über die 25-Grad-Sommermarke (30-jähriger Mittelwert: 8,9 Tage) und an fünf Tagen über die Hitzemarke von 30 Grad (Mittelwert: 1,1 Tage). Am 28. (Sonntag) trieb es die Hitze mit 38 Grad in Weingarten und örtlich knapp 40 Grad am östlichen Bodensee auf die Spitze. In der Nacht davor zeigten die Thermometer in Lindau und Tettnang um Mitternacht noch unglaubliche 30 Grad an.

Dieser Juli reiht sich mit einer Durchschnittstemperatur von 20,5 Grad Celsius (30-jähriger Mittelwert: 17,8°C) in der 45-jährigen Beobachtungsreihe der Wetterwarte Süd nach 1983 (21,8°C), 2006 (21,6°C) und 1994 (20,6°C) auf Platz vier ein. Abgerundet wird die hochsommerliche Wetterbilanz von einem blendenden Sonnenscheinergebnis von 383,7 Stunden. Nur im Juli 1983 schien die Sonne noch länger: 410,7 Stunden.

Nach diesem Ausnahme-Juli bleibt zu hoffen, dass der Sommer sich nicht zu sehr verausgabt hat, denn mit dem August hat nun die Haupturlaubs- und Ferienzeit begonnen und gerade da noch einige schöne und warme Sommertage wünschenswert.

Info Zusätzliches Zahlenmaterial zur Monatsstatistik und Informationen rund ums Wetter unter www.wetterwarte-sued.com

Das Juli-Wetter in Zahlen