Verein So feiert der FC Straß sein „85-Jähriges“

Die Trachtenkapelle führte den traditionellen Festumzug an.
Die Trachtenkapelle führte den traditionellen Festumzug an. © Foto: Thomas Vogel
Straß / Thomas Vogel 10.07.2018

Es war ein Fest, bei dem einfach alles passte: Die ungetrübte Feierlaune, die Organisation, die Mischung, die Resonanz, vom Parade-Wetter mal gar nicht zu reden: Der FC Straß zog bei seinem „85-Jährigen“ alle Register. Dabei galt der Nersinger Teilort schon immer als Partymeile, da ging es also auch darum, einem langen Kapitel eine weitere Seite hinzuzufügen und damit den guten Ruf zu unterfüttern.

Und von diesen ereignisreichen drei Tagen gibt es viel zu berichten: die Schlagernacht zum Auftakt, den von der Trachtenkapelle angeführten traditionellen Festumzug, die Fußball-Turniere, den Gottesdienst. Möglicherweise auch die beiden geborstenen Sitzbänke – sie gingen zu Bruch unter der Last forcierter Party-Tätigkeit, wozu die Alpenrocker von „Rockspitz“ von der Bühne aus die bereitwillig weiterverfolgten Anregungen lieferten. Ein kleiner Kollateralschaden inmitten eines brodelnden und rappelvollen Festzelts.

Großes Team an Freiwilligen

Vom „Wunder von Straß“ sprechen die frisch gekürten Vorstände Stefan Epple und Peter Saal dennoch nicht, denn schließlich standen hinter der ausgelassenen Sause eine straffe Planung und ein großes Team an Freiwilligen: mehr als 250 Leute. Statistisch gesehen war also fast ein Zehntel der Einwohner des Ortes als Helfer eingespannt. „Niemand musste man lange dazu bitten“, sagt Epple. Er freut sich über den herrschenden Teamgeist, den er auf eine kurze Formel bringt: „Straßer sind eingeschworen.“

Wie das Dorf, so der jubilierende Verein. „Jeder steht füreinander ein“, bringt die aktive Skifahrerin Lena Jäckle ihre Erfahrungen auf den Punkt. Vereins-Urgestein Rudi Mayr, Fußballer aus Leidenschaft und 52 Jahre Mitglied beim FC Straß, unterdrückt in einer stillen Minute dennoch seine nachdenklichen Töne nicht. Er registriert, wie bei der heutigen jungen Generation die Bindungskräfte zum Verein lockerer würden, dieser „Herz und Seele“ mit vielen anderen Interessen und Engagements teilen müsse.

Doch die Feier zeigt: Die Mehrgenerationenbande sind stabil. Vorsitzender Epple hält es gar nicht mal für unrealistisch, die Mitgliederzahl von derzeit 770 über die 800er-Marke zu hieven. Dass auch die Kindergarten-Kinder in das Fest mit eingebunden waren – sie sangen dem Verein ein Ständchen  – kann auch als Befähigung zum Weitblick gesehen werden. So wie eine Aktion mit auf den Ort heruntergebrochenen Panini-Bildern: 428 Straßer ließen sich zu „lokalen Sticker-Stars“ erklären. 46 Alben wurden gänzlich voll. Die Tauschbörsen, die dies ermöglichten, zeigten der frisch gekürte Vorstandschaft zufolge nicht zuletzt eine gruppendynamische Wirkung. Außerdem brachten sie einen Zufluss in noch nicht bezifferter Höhe in die Jugendarbeitskasse.

Gleichzeitig mit dem Verein feierten auch zwei seiner Abteilungen ein Jubiläum: Seine Gymnastik-Gruppe ist nunmehr seit 50 Jahren im Dienst der gesundheitsförderlichen Leibesübungen, die „Bixaöffner“ frönen seit zehn Jahren der Narretei. Aber warum der Gesamtverein sein „Fünfundachtzigstes“ so in den Mittelpunkt rückt, legt dann doch eine Nachfrage nahe, auf die Vorsitzender Epple eine sehr einleuchtende Antwort gibt: „Wir hatten einfach mal wieder Bock, zu feiern.“ Viele Besucher sahen dies schließlich genauso.

Als Fußballverein gegründet

Jubiläen An Anlässen für den FC Straß für weitere Jubiläumsfeierlichkeiten fehlte es nicht: Schon im Jahr 2019 wird seine Handballabteilung 50, ebenso wie seine Tischtennisabteilung. Und die „88“ des Gesamtvereins im Jahre 2021 wäre auch einer Betrachtung wert.

Fußball Gegründet wurde der FC Straß im Übrigen als reiner Fußballverein, was bis heute in seinem Namen konserviert ist. 29 Fußballbegeisterte hatten sich im Jahr 1933 zusammengeschlossen, um gemeinsam ihrer Leidenschaft zu frönen.

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