Wain Singer-Songwriter mit großer Vielseitigkeit

Bernhard Monzel zog die Zuhörer beim Jazz-Matinee in seinen Bann. Foto: Ast
Bernhard Monzel zog die Zuhörer beim Jazz-Matinee in seinen Bann. Foto: Ast
Wain / PETRA AST 02.08.2013
Texte von Humor bis Melancholie in beschwingter Singer-Songwriter-Manier, geläufiges Keyboardspiel und sonorige Stimme: Bernhard Monzel machte aus dem Jazz-Matinee ein kurzweiliges Vergnügen.

Geplant war dieser heiße Sommervormittag in Schäfers Kulturstadel anders: Bernhard Monzel und sein Bandkollege aus dem Bernhard Monzel Trio, Martin Staudt, wollten gemeinsam auf der Bühne stehen, und die Stadelbesucher mit jazzigen Klängen unterhalten. Doch der Drummer und Perkussionist konnte am Sonntag nicht auf der Bühne stehen, er war erkrankt und musste, statt zu spielen, ins Krankenhaus eingeliefert werden.

Also gab es einen Soloauftritt von Bernhard Monzel. Nicht, dass das der Frontmann und Leadsänger für Soul- und Funkformationen zum ersten Mal gemacht hätte. Seit mehr als 20 Jahren tritt Monzel allein und mit Combos auf. 2009 machte er sich nach 24 Jahren als Krankenpfleger als Musiker, Dozent, künstlerischer Fotograf und Puppenspieler selbstständig, absolvierte nebenberuflich eine Ausbildung zum Musiktherapeuten.

Jazz, Soul, Funk: Monzel, der singt, Gitarre spielt, Piano und Perkussion beherrscht, ist vielseitig und so gibt er auch an diesem Matinee-Sonntag bluesige, jazzige und lateinamerikanisch angehauchte Kompositionen zum Besten. Dabei stammen alle Songs und Texte aus seiner Feder. Die singt er mit kraftvoller und klarer Stimme, in Deutscher und Englisch, intoniert poetische Erzählungen von Gefühlen, Liebe und Alltagsdingen.

Es sind Lieder, die nachdenklich machen, tiefgründige Lyrik, die sich mit Bluesanklängen und humoristischen Einlagen abwechselt. Monzel ist zu einhundert Prozent abwechslungsreich, seine Musik facettenreich. Sein Keyboardspiel ist geläufig, die Singstimme angenehm. Der Musiker schafft es, seine humorvollen und melancholischen Texte, in gewandter Singer-Songwriter-Manier zu präsentieren, seine Befindlichkeit am Instrument in Gesang und Ton auszudrücken.

Der stimmungsvolle Vormittag an diesem schwül-heißen Sonntag vergeht schnell, zu schnell. Feine Melodien, Texte voller Lyrik, die die Themen des Lebens aufgreifen: Liebe, Verlust, die Suche nach dem Sinn des Lebens. Monzel textet mit Metaphern, aus dem Lied über die Winterkälte in einem österreichischen Bauernhof wird ein Song über eine kalt agierende Gesellschaft, die mehr Egopflege betreibt, denn sich ums Gemeinwohl bemüht. Tiefgründig ist das, ohne das die Texte belehrend wirken. Eingängig, gedankenvoll, dabei auch heiter, voller Vielseitigkeit: Ein Vormittag, den man so schnell nicht vergessen wird und ein Künstler, der sein Genre anspruchsvoller Blues- und Jazzballaden beherrscht.

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