Die Stadt Weißenhorn lässt es zum Jahreswechsel 2019/2020 wieder richtig krachen. Durch ein öffentliches Feuerwerk im Zentrum sollen Privatpersonen dazu bewegt werden, auf eine eigene „Böllerei“ zu verzichten. Der Kulturausschuss befürwortete in seiner jüngsten Sitzung das Vorhaben der Stadt am Silvester-Abend einstimmig. „Das ist ein ganz tolles Gemeinschaftserlebnis, man trifft viele Leute in der Stadt“, sagte Sabine Snehotta von der ÖDP.

Allerdings beschlossen die Ausschuss-Mitglieder auch, dass es am 31. Dezember das letzte Feuerwerk in traditioneller Form sein soll. Vom kommenden Jahr an plant der Kulturbeauftragte Volker Drastik eine alternative Veranstaltung mit einer Musik-, Licht- und Lasershow, die ebenfalls im Zentrum der Fuggerstadt durchgeführt werden soll. Erste Gespräche mit Anbietern hat die Stadt laut Drastik bereits geführt, eine Realisierung könne wegen des großen Aufwands aber erst zum Jahreswechsel 2020/2021 angepeilt werden. „Die geplante Show ist zukunftsweisend“, sagte der Grünen-Stadtrat Ulrich Fliegel.     

Zentrales Feuerwerk hat Vorteile 

Gründe für ein zentrales Feuerwerk gibt es laut Stadtverwaltung genug: Eine große Profi-Show sei wesentlich beeindruckender als die handelsüblichen Knaller, außerdem sinke durch ein Verzicht auf private Böllerei das Verletzungsrisiko. Darüber hinaus diene die Maßnahme dem Umweltschutz, da jede einzelne Rakete zusätzlichen Müll verursache und in den handelsüblichen Kombipaketen viel Plastik verarbeitet sei. Vom Feinstaub ganz zu schweigen. Auch für Haus- und Wildtiere sei ein großes Feuerwerk in der Stadt weniger belastend als private Raketen oder Böller. Diese würden nämlich immer wieder in der Nähe von Wäldern gezündet, sodass Tiere sogar aus dem Winterschlaf gerissen werden und in Panik geraten.

Gute Erfahrungen mit einer zentralen Pyro-Show an Silvester machte die Stadt bereits zu Beginn und zum Ende des Jubiläumsjahres 2010 und am Jahreswechsel 2018/2019. Bei den bisherigen Veranstaltungen, die von professionellen Anbietern durchgeführt wurden, feierten tausende Weißenhorner ausgelassene und weitestgehend friedliche Partys. Viele Besucher brachten Sekt oder andere Getränke mit, um mit ihren Freunden direkt in der Stadtmitte aufs Neue Jahr anzustoßen.

An die bisherigen Silvester-Sausen der Stadt möchte auch Bürgermeister Wolfgang Fendt anknüpfen, der wieder viele Besucher erwartet. „Es gibt jetzt schon Anfragen von Bürgern, ob das Feuerwerk wieder stattfindet“, sagte er am Montagabend in der Ausschuss-Sitzung.

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Millionen Euro haben die Bundesbürger 2018 für das Silvesterfeuerwerk ausgegeben. Seit 2004 (87 Millionen Euro) stiegen die Ausgaben stetig an und stagnieren seit drei Jahren.